Das Landgericht Verden hat die frühere RAF-Terroristin Daniela Klette am Mittwochvormittag zu einer Haftstrafe von 13 Jahren verurteilt. Sie wurde wegen besonders schweren Raubs in sechs Fällen schuldig gesprochen. In dem Prozess ging es um zahlreiche Raubüberfälle, die Klette zusammen mit ihren mutmaßlichen Komplizen Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub in den Jahren 1999 bis 2016 begangen haben soll. Die drei früheren Terroristen waren nach der Selbstauflösung der Roten Armee Fraktion im Jahr 1998 im Untergrund geblieben und haben ihr Leben nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden mit Überfällen auf Supermärkte und Geldtransporter finanziert. Die Beute des Trios wird auf insgesamt 2,7 Millionen Euro beziffert.Zum Beginn des Prozesses im März 2025 ging es in dem Verfahren zunächst um 13 Raubüberfälle. Das Gericht klammerte im Verlauf des Verfahrens allerdings fünf Raubüberfälle aus, da diese für die Höhe des Strafmaßes nicht entscheidend waren. Im Urteil wurden dann noch zwei Fälle weniger berücksichtigt. Zudem wies das Gericht schon frühzeitig den Vorwurf des versuchten Mordes gegen die mittlerweile 67 Jahre alte RAF-Terroristin zurück, den die Staatsanwaltschaft wegen einer Schussabgabe bei dem Überfall auf einen Geldtransporter in Stuhr im Juni 2015 erhoben hatte.Die Staatsanwaltschaft hatte an dem Vorwurf des versuchten Mordes auch in ihrem abschließenden Plädoyer Ende April festgehalten. Die Ankläger forderten deshalb 15 Jahre Haft für Klette. Die Verteidiger Klettes plädierten hingegen auf Freispruch, da es keine ausreichenden Beweise für ihre Beteiligung an den Raubüberfällen gebe. Nach der Festnahme Klettes im Februar 2024 waren in ihrer Berliner Wohnung zwar zahlreiche Beweismittel wie Waffen, Bargeld und Dokumente zu den Tatorten sichergestellt worden. Doch dies beweist nach Ansicht von Klettes Verteidigern nicht eine Tatbeteiligung ihrer Mandantin.Sie bezeichnete die Raubüberfälle als überlebensnotwendigAuch Klette selbst hatte sich zum Abschluss des Prozesses geäußert. Die frühere RAF-Terroristin bekannte sich zwar nicht direkt zu den Raubüberfällen, bezeichnete diese aber als notwendig, um im Untergrund zu überleben. Denn nur in der Illegalität hätten sie und andere die Möglichkeit gehabt, als radikale Linke weitermachen zu können. Die Opfer der Raubüberfälle täten ihr „wirklich sehr leid“, sagte Klette. Sie relativierte dies aber durch den Zusatz, dass es in der kapitalistischen Gesellschaft immer mehr traumatisierte Menschen gebe. Klette beklagte auch, dass die überfallenen Geldboten und Kassierer keine ausreichende Unterstützung von ihren Arbeitgebern erhalten hätten.Klette hatte sich nach ihrer Festnahme mehrfach zu politischen Themen geäußert und dabei eine weiterhin radikal linke Weltsicht zu erkennen gegeben. Auch ihr weiterhin flüchtiger Weggefährte Burkhard Garweg lancierte über linksextreme Websites ähnliche Ansichten an die Öffentlichkeit. Klette war es bei ihrer Festnahme aufgrund einer Polizeipanne gelungen, eine Warn-SMS an Garweg zu schicken, so dass dieser rechtzeitig aus seinem Berliner Versteck fliehen konnte. Von Ernst-Volker Staub haben die Behörden schon seit mehreren Jahren kein Lebenszeichen mehr vorliegen.Nach dem Abschluss des Verdener Prozesses kommt auf Klette wahrscheinlich demnächst ein weiteres Verfahren zu. Der Generalbundesanwalt hat vor einigen Wochen Anklage gegen Klette wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an Terroranschlägen der RAF erhoben. Dabei geht es um einen Anschlag auf ein Gebäude der Deutschen Bank 1990, auf die amerikanische Botschaft im Jahr 1991 und auf die JVA Weiterstadt im Jahr 1993. Über die Zulassung der Anklageschrift entscheidet das Oberlandesgericht Frankfurt.
Daniela Klette: Ex-RAF-Terroristin zu 13 Jahren Haft
Wegen mehrerer Raubüberfälle verurteilt das Landgericht Verden die frühere RAF-Terroristin zu 13 Jahren Haft. Klette war 2024 nach Jahren im Untergrund in Berlin festgenommen worden.










