PfadnavigationHomePanoramaVorwurf häuslicher Gewalt„Kein einziger männlicher Politiker“ – Fernandes überrascht von Reaktionen im Fall UlmenStand: 09:30 UhrLesedauer: 3 MinutenSchauspielerin Collien FernandesQuelle: Georg Wendt/dpaDie Staatsanwaltschaft Potsdam prüft die Vorwürfe von Collien Fernandes wegen „digitaler Gewalt“. Die Schauspielerin kritisiert dazu die Gesetzeslage zu ihrem Fall. Auch das männliche Geschlecht findet in einem Interview Erwähnung.Nach den öffentlichen Vorwürfen gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen hat sich nach Angaben von Schauspielerin Collien Fernandes („Traumschiff“) kein einziger männlicher Politiker bei ihr gemeldet. Unterstützung habe sie ausschließlich von Politikerinnen erhalten. Das sagte die Moderatorin und Schauspielerin im „Nachtjournal Spezial“ bei RTL.Moderatorin Pinar Atalay hatte Fernandes zuvor gefragt, ob sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) oder Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) nach Bekanntwerden der Vorwürfe bei ihr gemeldet hätten. „Ich wurde von Politikerinnen kontaktiert“, antwortete Fernandes. Erst durch die Frage sei ihr das bewusst geworden, sagte die 44-Jährige weiter. „Es gab tatsächlich keinen einzigen männlichen Politiker, der mich kontaktiert hat. Wenn ich jetzt so überlege, wer sich recht schnell gemeldet hat, wer gesagt hat, wir können uns ja einmal austauschen zu dieser Thematik: Das waren tatsächlich ausschließlich Politikerinnen.“ Dabei könne Emanzipation nur mit Männern funktionieren. Lesen Sie auchFernandes äußerte sich auch zur laufenden Prüfung durch die Staatsanwaltschaft Potsdam. Nach einer Strafanzeige waren Ermittlungen wegen des Verdachts der Körperverletzung gegen ihren Ex-Partner Christian Ulmen aufgenommen worden. Ein Anfangsverdacht zu häuslicher Gewalt habe sich bestätigt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Potsdam am Dienstag. Es gehe um Vorfälle aus den Jahren 2022 und 2023 in Spanien. Weitere Vorwürfe von Fernandes bezüglich „digitaler Gewalt“ werden weiterhin geprüft. Auch spanische Behörden haben Ermittlungen aufgenommen, da die Familie zu dem Zeitpunkt auf der Insel Mallorca ihren Wohnsitz hatte.Fernandes kritisierte in diesem Zusammenhang die aktuelle Gesetzeslage in Deutschland zu ihrem Fall. „Man weiß überhaupt nicht, wo man das gesetzlich reinpacken soll“, sagte sie. Es gebe keinen Paragrafen, unter den „digitale Gewalt“ falle. Deshalb brauche es dringend Nachschärfungen im Gesetz. Sie verwies dabei auch auf frühere gerichtliche Auseinandersetzungen. Die vergangenen Wochen seien für sie persönlich sehr belastend gewesen, berichtete Fernandes weiter. „Der Hass wurde ausgelöst durch die Gegenseite.“ Vor den ersten öffentlichen Stellungnahmen habe sie fast ausschließlich Zuspruch erhalten. Danach seien jedoch „falsche Behauptungen gestreut“ worden. Besonders schwierig sei für sie, dass sich bestimmte Narrative trotz laufender Ermittlungen hielten. „Diese Täterstrategie, einfach eine Falschmeldung nach der anderen rauszuhauen, funktioniert“, erklärte Fernandes. Obwohl Gerichte die Beweislage als belastbar einschätzten, würden viele weiterhin behaupten, es gebe „gar keine Beweise“.Lesen Sie auchTrotz der persönlichen Belastung wolle sie weiter öffentlich über das Thema sprechen. „Ich glaube, ich muss meinen Frieden damit finden, dass ich selbst nicht von einer besseren Gesetzeslage profitieren werde“, sagte Fernandes. Es gehe ihr aber auch um kommende Generationen: „Man kämpft ja diesen Kampf nicht nur für sich selbst, sondern eben auch für die Töchter und die Töchter von unseren Töchtern.“Fernandes’ Ex-Mann Christian Ulmen hat sich öffentlich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Für den Schauspieler gilt bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens die Unschuldsvermutung. Ulmen und Fernandes waren seit 2011 verheiratet. 2025 gaben sie ihre Trennung bekannt, im Februar 2026 wurde die Ehe in Palma geschieden. Das ehemalige Paar hat eine gemeinsame Tochter.kami mit dpa