Paula (Tatiana Maslany) hat die Nase voll. Ihr Ex-Mann Karl (Jake Johnson) macht ihr das Sorgerecht für ihre Tochter Hazel (Nola Wallace) streitig und plant, mit seiner neuen Frau Mallory (Jessy Hodges) aus New York in die Provinz nach Idaho zu ziehen. Beruflich steckt Paula am unteren Ende der journalistischen Karriereleiter in der Faktenchecker-Redaktion fest, wo ihr ständig die Chefin im Nacken sitzt und die erhoffte Beförderung immer wieder in unerreichbare Ferne rückt.Paulas Kollegen Rudy (Charlie Hall) und Geri (Kiarra Hamagami Goldberg) sind Zyniker, die ungeniert in anderer Leute Sachen herumschnüffeln und ihrem Amüsement über Paulas Bedrängnis freien Lauf lassen. Paulas einzige Entspannung bietet ihr Online-Kumpel Trevor (Brandon Flynn), den sie auf „Only Fans“ vor allem dafür bezahlt, dass er gut gelaunt ihre Minderwertigkeitskomplexe besänftigt.Das Chaos wird immer größerAber jeder Versuch von Paula, das Chaos in ihrem Leben zu bändigen, scheint den gegenteiligen Effekt zu haben. Als sie Zeugin eines brutalen Überfalls auf Trevor wird und sich entsetzt an die Polizei wendet, erklärt ihr die abgebrühte Ermittlerin Sofia Gonzales (Dolly de Leon), es sei wahrscheinlicher, dass sie Opfer eines bekannten Trickbetrugs ist. Ebendies scheint sich mit einem ominösen Anruf zu bewahrheiten, aber bevor sich Paula versieht, steht sie selbst im Zentrum kriminalistischer Ermittlungen.Die zehnteilige Serie „Maximum Pleasure Guaranteed“ von David Rosen ist ein großes Vergnügen, nicht nur, aber auch dank Tatiana Maslany, die vor 13 Jahren mit „Orphan Black“ in Hollywood einschlug wie eine Bombe. In der Biotech-Thrillerserie spielte sie ein Dutzend Klone ihrer Figur, fünf davon über alle fünf Staffeln der Serie – „olympiareife Schauspielerei“, nannte das der „Guardian“, und diese Klasse ist auch hier zu bestaunen, wiewohl in einer Einzelrolle.Wie sich zeigt, verfügt Paula als Faktencheckerin und Löwenmutter über eine ganze Reihe unerwarteter Fertigkeiten, und sie ist sich nicht zu schade, ihre Kollegen zu Verbündeten bei der Lösung eines ziemlich verzwickten Falls zu machen, der in eine umfangreiche Verschwörung mündet und bei dem auch ihr eigener Kopf in der Schlinge steckt. Dabei hat Paula eigentlich Wichtigeres im Sinn: die anderen Mütter des Mädchenfußballteams, das sie coacht, zu beeindrucken zum Beispiel. Von denen braucht sie nämlich dringend Empfehlungsbriefe für die Sorgerechtsverhandlung.„Maximum Pleasure Guaranteed“ ist teils Arbeitsplatzkomödie, teils Beziehungsdrama, teils zusehends blutigerer Thriller. Rosens Drehbuch tänzelt in den straff inszenierten halbstündigen Episoden von einem Genre zum nächsten, begleitet von einem pointierten Soundtrack und belebt von einem ganzen Ensemble schräger Figuren.Da ist Detective Gonzales, die bei all ihrem beachtlichen Kombinationsvermögen nichts dabei findet, auf den großen Sportwettengewinn zu hoffen, auch wenn sie keine blasse Ahnung von Baseball oder Basketball hat. Da ist Paulas Kollege Rudy, ein besonders falscher Charakter, der seine eigene Mutter verkaufen würde. Da ist ihr Ex Karl, den Jake Johnson so hart auf Kante zwischen nettem Kerl und Fiesling spielt, dass man nicht umhinkann, große Freude an ihm zu haben. Und dann ist da Detective Gonzales’ Kollege Baxter (Jon Michael Hill), der durch eine rundherum miserable Menschenkenntnis glänzt. Er hat sich auf Paula eingeschossen, und zu ihrem Unglück und seiner Befriedigung findet sie sich ein ums andere Mal am Schauplatz eines Verbrechens wieder.Maslany, aber auch ihre Kollegen, spielen ihre Rollen mit großer Hingabe an die jeweiligen Figuren, und so kann dieser sich unaufhaltsam verschärfende Thriller seine saloppe Komik voll ausreizen. Zu den Highlights zählen Einfälle wie der, dass Rudys passiv-aggressive Neue bei einem Überfall fälschlich für Hazels Mutter gehalten wird – eine Rolle, die ihr Paula in einer herausragenden frühen Szene aufs Schärfste streitig macht.Aber Rosen hütet sich, zu überreizen, und so schrammt man mit Paula am Rande des Nervenzusammenbruchs entlang, knobelt mit Detective Gonzales die Ungereimtheiten der Geschichte aus, leidet mit Geri an Rudys Idiotismen und fühlt sich von einer Geschichte hervorragend unterhalten, die Paula mit den Worten zusammenfasst: „You fucked with the wrong mom.“ Wie schön, dass das fulminante Ende bereits auf eine zweite Staffel weist.Maximum Pleasure Guaranteed läuft bei Apple TV.