PfadnavigationHomeSportFußballGreuther Fürth„Versager raus“, titeln die Fans trotz des KlassenerhaltsStand: 00:03 UhrLesedauer: 3 MinutenBranimir Hrgota verabschiedet sich von den Fans – er wird Greuther Fürth verlassenQuelle: Daniel Karmann/dpaGreuther Fürth wendet gegen Rot-Weiss Essen gerade noch so den Abstieg aus der 2. Bundesliga ab. Die Fans äußern ihren Frust dennoch. Die unterlegenen Essener vergießen bittere Tränen – und ärgern sich, dass es den VAR gibt.Bevor die Trauer bei Rot-Weiss Essen einsetzte, kochten die Emotionen hoch. Nach dem Abpfiff bildete sich eine Spielertraube, RWE-Coach Uwe Koschinat musste noch ein paar lautstarke Worte in Richtung des Fürther Torjägers Noel Futkeu loswerden. Aus dem Gästeblock flog eine Leuchtrakete auf den Platz, die Polizei marschierte mit einem Großaufgebot auf. Letztendlich beruhigte sich die Situation aber schnell. „Ich habe ihn einfach beruhigt und habe ihm dann zu seinem Weg gratuliert. Er ist ein Essener Junge, hat viele Widerstände überwunden und wird in der Bundesliga spielen. Nichts anderes ist passiert“, spielte Koschinat die Szene am Sky-Mikrofon herunter. Bei vielen Essener Spielern blieben die Tränen. Die nach 19 Jahren Abwesenheit ersehnte Rückkehr in die 2. Bundesliga ist nicht zustande gekommen. Nach dem 1:0-Sieg im Hinspiel verlor RWE mit 0:2 in Fürth. Koschinat versuchte bei Sat.1 versöhnliche Worte zu finden: „Wir haben eins gezeigt: Wir lassen unser Herz auf dem Platz, wir haben ein fantastisches Publikum. Ich glaube, wir haben viele Menschen in diesen beiden Relegationsspielen mitgenommen. Rot-Weiss Essen hat einen unglaublichen Eindruck in Deutschland hinterlassen. Das bleibt irgendwann, wenn der Schmerz vorbei ist.“ Seinen Spielern hatte er schon in einem gemeinsamen Kreis Ähnliches mit auf den Weg gegeben.Koschinat hatte gesehen, wie sich sein Team trotz des 0:2-Rückstands nie aufgab. Hinspiel-Held Torben Müsel scheiterte per Kopfball aus wenigen Metern vor dem eigentlich leeren Tor (81.), der Videoassistent kassierte einen Treffer zur möglichen Verlängerung ein (68.). „Ich habe immer gesagt, der VAR hat im Fußball nichts zu suchen. Das ist eine Entscheidung, die Menschen gebührt und auch in solchen wichtigen Spielen bin ich der Meinung, reicht das aus“, kritisierte Koschinat. Objektiv war die Entscheidung auf Abseits aber absolut korrekt.Pechvogel Müsel, der den Ball auch mit dem Fuß hätte einschieben können, nahm Koschinat in Schutz: „Vom Bewegungsablauf her hat das schon gepasst. Wenn er ihn etwas mehr ins Eck drückt, hätte das hervorragend ausgesehen.“ Stattdessen hielt Fürths Keeper Silas Prüfrock den Ball – und bewahrte seine Mannschaft vor der Verlängerung.Frust-Plakat im Fürther BlockBei den Spielern vom alten und neuen Zweitligisten Greuther Fürth herrschte Erleichterung, auf der Tribüne eine Mischung aus Freude und Frust nach einer trotz des Klassenerhalts schwachen Saison. „Auf dem Platz und in den Gremien: Versager raus. Neuanfang jetzt“, titelten die Fans auf einem großen Plakat unmittelbar nach Abpfiff. Lesen Sie auchWie die Aufarbeitung laufen soll, wurde Felix Klaus gefragt. Antwort des Fürthers bei Sky: „Ganz ehrlich, das ist mir heute sowas von scheißegal. Wir wollten dieses Spiel gewinnen, wir mussten dieses Spiel gewinnen. Wir haben es gemacht. Ich glaube, heute ist der falsche Zeitpunkt, über sowas zu reden. Natürlich ist wieder dieses Jahr einiges falsch gelaufen. Das weiß auch jeder im Verein. Aber heute ist, glaube ich, der falsche Zeitpunkt, darüber zu reden.“Auch Heiko Vogel musste den Frust der Fans kommentieren. „Ich habe es am Rande mitbekommen. Ich kann nachvollziehen, dass auch die Fans, die uns hier hingetragen haben, frustriert sind. Das ist ihr gutes Recht. Aber ich enthalte mich der Aussage“, sagte der Rettungstrainer bei Sat.1.Bei den unterlegenen Essenern kam es zum Zusammenschluss zwischen Fans und Spielern. „Wir für euch. Ihr für uns“, stand auf einem Plakat, das die Mannschaft vor dem Gästeanhang zeigte. Die Tränen waren da noch nicht getrocknet.luwi
Greuther Fürth - Rot-Weiss Essen: „Versager raus“, titeln Fürths Fans trotz des Klassenerhalts - WELT
Greuther Fürth wendet gegen Rot-Weiss Essen gerade noch so den Abstieg aus der 2. Bundesliga ab. Die Fans äußern ihren Frust dennoch. Die unterlegenen Essener vergießen bittere Tränen – und ärgern sich, dass es den VAR gibt.
















