Das rechte Portal „Nius“ darf bei den Berliner Verkehrsbetrieben präsent sein. Die sagen, es sei nur Werbung. Doch damit macht es sich das Unternehmen zu leicht.
NIUS startet eine Werbekampagne am Berliner Hauptbahnhof
Chris Emil Janßen/picture alliance
T äglich sind rund 3,1 Millionen Menschen mit den Berliner Verkehrsbetrieben unterwegs. Für viele Berliner*innen gehören U-Bahn oder Bus zu den wenigen Orten, die sie täglich sehen – neben Wohnung oder Büro. Gerade deshalb trägt die BVG eine besondere Verantwortung dafür, welche Botschaften sie auf ihren Werbeflächen sichtbar machen. Dass dort nun Werbung für das rechtspopulistische Portal „Nius“ läuft, ist ein Problem.
Denn „Nius“ hat sich seit seiner Gründung 2023 einen zweifelhaften Ruf erarbeitet. Es fällt regelmäßig durch Desinformation, rechtspopulistische Zuspitzungen und menschenfeindliche Stimmungsmache auf. Und dieses Portal kann jetzt sehr präsent in vielen U-Bahnen schreiben: „Morgens um 6 schon wissen, was einem abends um 8 verschwiegen wird“. Dieser Satz spielt auf die Tagesschau an und suggeriert, dass öffentlich-rechtliche Medien die Bevölkerung bewusst belügen würden. Dabei ist „Nius“ wirtschaftlich keineswegs die Erfolgsgeschichte, als die es sich inszeniert. Das Portal steckt tief im Minus. Die groß angelegte Werbekampagne wirkt wie ein verzweifelter Versuch gegenzusteuern.







