Der deutsch-französische Panzerbauer KNDS will angesichts eines Rekord-Auftragsbestands seine Produktion kräftig steigern und spricht dazu auch mit Unternehmen aus der Autobranche. KNDS-Chef Jean-Paul Alary (59) sagte am Dienstag bei der Vorlage der Geschäftszahlen zum abgelaufenen Jahr, vor allem in Deutschland müsse der Hersteller unter anderem des ‌Kampfpanzers Leopard 2 seine Produktion steigern. Alary ließ offen, welche Werke sein Unternehmen im Blick hat. In den kommenden Wochen und Monaten werde es aber dazu Informationen geben, sagte er.Insidern zufolge spricht KNDS derzeit mit Mercedes über die Fabrik im brandenburgischen Ludwigsfelde, in der derzeit der Kleintransporter Sprinter gebaut wird. Auch das Volkswagen-Werk in Osnabrück wurde in Medienberichten zuletzt als möglicher Übernahmekandidat durch KNDS genannt. Alary sagte, angesichts des Rekord-Auftragsbestands sei es nötig, ​die Kapazitäten rasch auszubauen.Anfang 2025 hatte KNDS das Werk des französischen Zugherstellers Alstom in Görlitz übernommen und fertigt dort nun Panzerteile. Alary sprach ⁠von einer Erfolgsgeschichte: ⁠In weniger als einem Jahr sei es gelungen, das Werk umzustellen. Vor wenigen Wochen habe sich KNDS zudem mit dem bayerischen Autozulieferer Dräxlmaier auf eine Zusammenarbeit geeinigt, bei der Dräxlmaier Teile für den Radpanzer Boxer liefert. Die Rüstungsindustrie fährt derzeit ihre Fertigung hoch, ‌um auf die deutlich gestiegene Nachfrage angesichts der Aufrüstung in Europa zu reagieren. Die Autoindustrie ​leidet dagegen unter der zunehmenden ‌Konkurrenz aus China und ist auf der Suche nach Möglichkeiten, ihre Werke auszulasten.KNDS hatte Ende 2025 Bestellungen im Gesamtwert von 33,1 Milliarden Euro in den Büchern stehen, das sind rund zehn Milliarden Euro mehr als ein Jahr zuvor. Allein im vergangenen Jahr gingen Aufträge über 13,5 Milliarden Euro ein, so viel wie nie zuvor. Der ‌Umsatz legte um 15,9 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro zu. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen verbesserte sich auf 661 Millionen Euro, die Marge lag mit 15 Prozent um 1,8 Prozentpunkte höher als noch vor Jahresfrist. Finanzchef Philippe ‌Balducchi sagte, der höhere Gewinn sei vor allem auf renditeträchtige ​Exportaufträge zurückzuführen. Langfristig sei mit einer starken Profitabilität zu rechnen, ‌aber nicht auf diesem Niveau.