Ein Underdog kickt den Konzernverein aus der Liga. Genau solche Geschichten sind nötig, um die Illusion von Gerechtigkeit aufrecht zu erhalten.
Ein Underdog steigt auf: Zuschauer des SC Paderborn 07 feiern und halten Schals in die Höhe
Swen Pförtner/dpa
D ie Schadenfreude dürfte groß sein bei den Fußballfans, außer bei den Anhängern des VfL Wolfsburg. Die Männermannschaft des VfL, der ein reines Tochterunternehmen von VW ist, muss ab der nächsten Saison in der Zweiten Liga spielen. Die gängige Lesart: Man kann mit Geld doch nicht alles kaufen im hyperkapitalistischen Spitzenfußball, der kleine Underdog SC Paderborn aus der ostwestfälischen Provinz hat den Konzernverein, der jährlich mit 70 bis 80 Millionen Euro vom Mutterunternehmen subventioniert wird, aus der Bundesliga gekickt – ein Triumph des ehrlichen Fußballs gegen die Konzerne. Oder?
Klar erfreut die Nachricht Fußballdeutschland, sind doch die meisten Fans den Konzernen mit angeschlossenem Fußballverein (Leverkusen, Hoffenheim, RB Leipzig und eben Wolfsburg) in herzlicher Abneigung verbunden.














