In Zeiten der Wirtschaftskrise ist es ein ungewöhnlicher Erfolg, der sich derzeit in Süditalien abspielt: Entlassene Arbeiter haben ihre Fabrik übernommen und den Betrieb jetzt in Eigenregie wieder hochgefahren.Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Montag berichtete, gründeten 25 ehemalige Beschäftigte des einstigen Kunststoffgeschirr-Herstellers Dopla im apulischen Manfredonia die Genossenschaft Coopla Green und nahmen die Produktion nun feierlich wieder auf. Das Werk war im August 2023 geschlossen worden, wodurch alle 67 Mitarbeiter ihren Job verloren hatten. Heute produzieren die Angestellten selbst und setzen dabei auf zertifizierte Biokunststoffe sowie umweltfreundliche, kreislauffähige Materialien.
Vom EU-Verbot in die Selbstverwaltung
Das Vorgängerunternehmen Dopla geriet vor allem nach der Einführung der strengen EU-Richtlinie gegen Einwegplastik im Jahr 2021 unter massiven wirtschaftlichen Druck. Das Verbot bestimmter Kunststoff-Wegwerfartikel besiegelte letztlich das Aus des alten Geschäftsmodells.
Doch statt aufzugeben, erkannten die Arbeiter das Potenzial der verbliebenen Infrastruktur. Viele der bestehenden Maschinen und Produktionslinien ließen sich für die Verarbeitung kompostierbarer Rohstoffe weiternutzen, erforderten allerdings technische Anpassungen an die neuen Verfahren.








