Der bei einer Minentaucherausbildung der Marine kollabierte Soldat ist tot. Die Deutsche Marine teilte mit, der am Mittwoch verunglückte Marinesoldat sei am Montag verstorben. In einem Facebook-Beitrag teilte das Seebataillon mit, dass der Tod „trotz intensivster medizinischer Betreuung“ eingetreten sei.Die Ausbildung in der Minentaucherei gehöre zu den anspruchsvollsten in der Deutschen Marine, sagte der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack. Sie diene dem Schutz von Menschenleben und der Sicherheit Deutschlands auf See – „umso mehr verpflichtet uns dieses tragische Ereignis, die Umstände lückenlos aufzuklären“. Vorfall ereignete sich bei Übung mit 5-Kilo-Ring Der Mann war seit Mittwoch behandelt worden, nachdem er aus der Schwimmhalle der Marine in Eckernförde als medizinischer Notfall auf eine Intensivstation gebracht worden war. Der Soldat des Seebataillons war nach Angaben der Marine bei der Ausbildung schwer zu Schaden gekommen.Zu dem medizinischen Notfall kam es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bei einem Übungsabschnitt, bei dem Soldaten in einer Gruppe im Wasser, aber mit dem Kopf über Wasser waren. Sie trainierten ein Standardverfahren der Ausbildung. Dabei wird ein 5-Kilo-Ring weitergereicht, um so Tätigkeiten im Wasser abzubilden. Wie diese Übung konkret abläuft, wurde unter anderem in der mehrteiligen ARD-Dokureihe „Die Minentaucher“ gezeigt.Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. Zur Aufklärung der genauen Umstände des Notfalls wurden laut Marine Ermittlungen eingeleitet. Marine richtet Beileidsbekundung an Familie Der Marine-Inspekteur erklärte: „Der Tod dieses jungen Soldaten erfüllt uns alle in der Marine mit tiefer Trauer.“ Dieser habe sich bewusst für einen besonders fordernden und verantwortungsvollen Dienst entschieden, der Mut, Hingabe und höchste Professionalität verlange. Dafür gebühre ihm größter Respekt.„In diesen schweren Stunden sind unsere Gedanken bei seiner Familie, seinen Freunden und seinen Kameradinnen und Kameraden“, sagte Kaack. „Wir stehen als Marine eng zusammen und teilen ihren Schmerz.“ Eckernfördes Minentaucher sind hochspezialisiert Die Ausbildung zum Minentaucher ist – wie die militärische Aufgabe selbst – körperlich und technisch anspruchsvoll. Nötig sind überdurchschnittliche Fitness sowie der sichere Umgang mit Unterwasserdrohnen und Sprengmitteln. Die Minentaucherkompanie ist Teil des Seebataillons. Wir stehen als Marine eng zusammen und teilen ihren Schmerz.Jan Christian KaackZu den Aufgaben der Taucher gehören auch Kampfmittelbeseitigung, Rettungseinsätze sowie der Schutz von Schiffen und Hafenanlagen gegen Sabotage und Angriffe. Hitzschlag führte 2017 zum Tod eines Soldaten In früheren Jahren hatte die Überlastung von Soldaten bei Märschen und teils höheren Temperaturen mehrfach Schlagzeilen gemacht und der Bundeswehr den Vorwurf übertriebener Härte in der Ausbildung eingebracht.So war 2017 im niedersächsischen Munster ein Offizieranwärter auf einem Fußmarsch bewusstlos zusammengebrochen und zehn Tage später im Krankenhaus gestorben. Er sei nach einer „Marschleistung von drei Kilometern unvermutet“ kollabiert, hieß es damals. Für den Tod des 21-Jährigen war laut Staatsanwaltschaft Lüneburg ein Hitzschlag verantwortlich. An dem Tag waren bei der praktischen Ausbildung nahe dem Standort noch drei weitere Soldaten zusammengebrochen, und zwar über den Tag verteilt. Gefahren können auch drohen, wenn Erkrankungen nicht erkannt werden oder nicht vollständig genesene Soldaten sich Herausforderungen stellen. (dpa, mira)