Bei einer Minentaucherausbildung der Deutschen Marine ist ein Soldat kollabiert und ums Leben gekommen. Die Bundeswehr teilte mit, der am Mittwoch verunglückte Marinesoldat sei trotz intensivster medizinischer Betreuung am Montag verstorben. Die Ausbildung in der Minentaucherei gehöre zu den anspruchsvollsten in der Deutschen Marine, sagte der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack. Sie diene dem Schutz von Menschenleben und der Sicherheit Deutschlands auf See – „umso mehr verpflichtet uns dieses tragische Ereignis, die Umstände lückenlos aufzuklären“.Der Marine-Inspekteur erklärte: „Der Tod dieses jungen Soldaten erfüllt uns alle in der Marine mit tiefer Trauer.“Notfall in der SchwimmhalleDas Unglück ereignete sich in einer Schwimmhalle der Marine in Eckenförde. Nach dpa-Informationen waren bei einer Übung Soldaten in einer Gruppe im Wasser, aber mit dem Kopf über der Oberfläche. Sie trainierten ein Standardverfahren der Ausbildung, bei dem schwimmend ein Fünf-Kilo-Ring weitergereicht wird. Dabei gab es einen medizinischen Notfall, bei dem der Mann nach frühen Aussagen „schwer zu Schaden gekommen“ sein soll.Die Ausbildung zum Minentaucher ist – wie die militärische Aufgabe selbst - körperlich und technisch anspruchsvoll. Nötig sind überdurchschnittliche Fitness und der sichere Umgang mit Unterwasserdrohnen und Sprengmitteln. Zu den Aufgaben der Taucher gehören auch Kampfmittelbeseitigung, Rettungseinsätze sowie der Schutz von Schiffen und Hafenanlagen gegen Sabotage und Angriffe. Zur Aufklärung der Umstände des Notfalls in der Schwimmhalle wurden nach Angaben der Marine Ermittlungen eingeleitet.In früheren Jahren hatte die Überlastung von Soldaten bei Märschen und teils höheren Temperaturen mehrmals Schlagzeilen gemacht und der Bundeswehr den Vorwurf übertriebener Härte in der Ausbildung eingebracht. So war 2017 im niedersächsischen Munster ein Offizieranwärter auf einem Fußmarsch bewusstlos zusammengebrochen und zehn Tage später im Krankenhaus gestorben. Er sei nach einer „Marschleistung von drei Kilometern unvermutet“ kollabiert, hieß es damals.Für den Tod des 21-Jährigen war laut Staatsanwaltschaft Lüneburg ein Hitzschlag verantwortlich. An dem Tag waren bei der praktischen Ausbildung nahe dem Standort noch drei weitere Soldaten zusammengebrochen, und zwar über den Tag verteilt. Gefahren können auch drohen, wenn Erkrankungen nicht erkannt werden.