Im vergangenen Jahr rauchte fast jeder Zehnte der Zwölf- bis 17-Jährigen in Deutschland. Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung sieht darin ein »klares Warnsignal«. Besonders unter Mädchen steigt der Anteil.
26.05.2026, 15.12 Uhr
Vapende Frau: »Wenn Nikotin nach Cola, Kiwi, Kaugummi oder Menthol schmeckt und in bunten Verpackungen daherkommt, dann ist das keine zufällige Produktgestaltung«
Jugendliche rauchen und vapen mehr als noch vor vier Jahren. Besonders unter Mädchen stieg der Anteil deutlich. Das zeigt eine repräsentative Befragung der Behörde des Drogenbeauftragten der Bundesregierung.Für die sogenannte Drogenaffinitätsstudie 2025 wurden 7001 junge Menschen im Alter von zwölf bis 25 Jahren befragt. Die Erhebung fand im Zeitraum April bis Juni 2025 statt. Das sind die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
Im vergangenen Jahr rauchte fast jeder Zehnte der Zwölf- bis 17-Jährigen, wie die Befragung ergab. 2021 waren es demnach nur 6,1 Prozent gewesen.9,3 Prozent der Mädchen gaben in der Befragung an, »Raucherin« zu sein. Das bedeutet einen Anstieg um 2,9 Prozentpunkte.Bei jungen Menschen werde Vapen beliebter, auch der Anteil von Mehrweg-E-Zigaretten nehme dabei deutlich zu. Bei männlichen Jugendlichen sei der Anteil der Konsumierenden seit 2021 von 2,9 auf 6,7 Prozent gestiegen. Bei den zwölf- bis 17-jährigen Mädchen griffen 7,8 Prozent zu Vapes. 2021 waren es noch 1,8 Prozent gewesen.In der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen rauchten demnach weniger Menschen als 2021. Der Anteil sank laut der Studie von 29,8 Prozent im Jahr 2021 auf 26,3 Prozent im Jahr 2025.Unter den Rauchenden griffen jedoch mehr als früher zu Vapes. Bei den jungen Männern nahm der Anteil der Konsumenten von 6,9 Prozent (2021) auf 13,3 Prozent (2025) zu. Bei den jungen Frauen stieg er von 4,7 auf 11,9 Prozent.Neun von zehn Konsumenten nutzten den Angaben zufolge in den Mehrweg-E-Zigaretten nikotinhaltige Liquids, die oft mit süßen Aromen und jugendaffinem Design vermarktet werden.Der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck (CDU) nannte die Befragungsergebnisse »ein klares Warnsignal«. E-Zigaretten seien »extrem ungesund«. »Wenn Nikotin nach Cola, Kiwi, Kaugummi oder Menthol schmeckt und in bunten Verpackungen daherkommt, dann ist das keine zufällige Produktgestaltung«, sagte Streeck. »Das senkt die Hemmschwelle und macht Nikotin für junge Menschen attraktiv.« Zum Teil seien diese Zusatzstoffe »gesundheitsschädlich oder krebserregend und gehören nicht in die Lungen«.









