Das Wetter meint es gerade ganz gut. Sonne satt, Temperaturen um die dreißig Grad. Am Pfingstwochenende haben sich Schüler in ganz Deutschland in den Freibädern abgekühlt. In ganz Deutschland? Nicht ganz. Im ostwestfälischen Verl gibt es eine Bedingung: Wer unter 16 Jahre alt und ohne Begleitung unterwegs ist, kommt nur ins Freibad, wenn er oder sie mindestens das bronzene Schwimmabzeichen gemacht hat, also den Freischwimmer. Wer das Abzeichen nicht hat, muss draußen bleiben. Anders könne die Badeaufsicht die Sicherheit der Nichtschwimmer nicht garantieren, heißt es aus Verl.Es ist kein Geheimnis: In Deutschland lernen immer weniger Kinder schwimmen. Laut der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) hat sich die Zahl der Grundschüler, die nicht schwimmen können, zwischen 2017 und 2022 verdoppelt. Ein besorgniserregender Trend, der sich auch in der Zahl der tödlichen Badeunfälle widerspiegelt: Laut DLRG sind im vergangenen Jahr 321 Menschen in Deutschland ertrunken, etwa ein Zehntel davon Kinder und Jugendliche.

Matthias Heinrich

ist Niedersachse. Nach Jahren in Berlin ist er mit seiner Familie wieder in der Provinz gelandet – allerdings in der fränkischen. Im Vergleich mit seinen Kindern fiel ihm die Eingewöhnung deutlich schwerer. Inzwischen hat er sich dank seiner Kinder und des Fußballvereins an Schäuferla und Seidla gewöhnt. Mit dem bayerischen Schulsystem hadert er aber noch. Hier schreibt er unter Pseudonym.