PfadnavigationHomePanorama„Nicht warten, bis jemand ertrinkt“Schwimmbäder in NRW lassen Kinder nur noch ins Wasser, wenn sie schwimmen könnenStand: 11.05.2026Lesedauer: 2 MinutenSprung vom Zehn-Meter-TurmQuelle: Friso Gentsch/dpa/frg wst fgj patFreibäder in Nordrhein-Westfalen verschärfen Einlassregeln: Kinder, die nicht mindestens ein Bronze-Abzeichen haben oder ohne Aufsichtsperson kommen, müssen draußen bleiben. „Grundlegende Schwimmfähigkeiten sind nicht bei allen selbstverständlich“, heißt es dazu.Die Freibad-Saison ist seit wenigen Tagen eröffnet – auch in Nordrhein-Westfalen. Einige Badebetriebe sollen mit dem Start jedoch die Einlassregeln verschärft haben. Wie der „WDR“ berichtet, ist Kindern unter 16 Jahren, die nicht mindestens ein Bronzeabzeichen haben und ohne Aufsichtsperson kommen, der Zutritt verboten. Dies gilt zum Beispiel im Westfalenbad in Hagen – nach zwei tödlichen Badeunfällen – und im Verler Freibad. „Die Sicherheit steht bei uns immer im Mittelpunkt“, zitierte der Sender den dortigen leitenden Schwimmmeister Björn Jann. „Wir beobachten in den letzten Jahren jedoch leider immer öfter, dass grundlegende Schwimmfähigkeiten nicht bei allen jungen Badegästen selbstverständlich sind.“Und weiter: „Wer nicht schwimmen kann und trotzdem ins Freibad geht, der kann im Extremfall sterben. Wir wollen nicht erst warten, bis jemand ertrinkt.“ In der Presseerklärung der Stadt heißt es dazu: „Sicher schwimmen zu können ist die Grundlage für unbeschwerten Spaß im Wasser.“Im Westfalenbad in Hagen sind in den vergangenen zwei Jahren zwei Kinder im Alter von fünf und sieben Jahren im Nichtschwimmerbecken gestorben. In der Stadt gelten die strengen Zutrittsregeln nicht nur in den zwei Freibädern, sondern auch im Hallenbad. Zutritt nur mit Aufsichtsperson, die mindestens 16 Jahre alt sind. Unter 14 Jahren dürfen Kinder nur rein, wenn das Bronzeabzeichen vorgelegt werden kann. Man müsse die Eltern und auch die Kinder stärker sensibilisieren und noch deutlicher auf die Gefahren hinweisen, damit solche schlimmen Unfälle wie in der Vergangenheit nicht passieren, erklärte dazu eine Pressesprecherin der Stadt.Auf der Homepage des Bades steht, „jedes fünfte Kind zwischen sechs und zehn Jahren kann nicht sicher schwimmen“. Und: Unfälle würden häufig „durch mangelnde oder unterschätzter Aufsicht“ passieren. Bilanz DLRG 2025In Deutschland sind nach Zahlen der DLRG 2025 mindestens 393 Menschen ertrunken. Die meisten tödlichen Badeunfälle ereigneten sich im Juni, wobei Männer deutlich häufiger betroffen waren. Ein besorgniserregender Anstieg war bei jungen Männern (11–30 Jahre) zu verzeichnen. jm