Auf dem Pappschild steht nur eine Frage. Aber sie trifft vor dem Bezirksamt Mitte das Problem: „Abwendungsvereinbarung vergessen?!“ Theresa S. und Julia G. halten es Ende vergangener Woche vor dem Rathaus Mitte hoch. Neben ihnen stehen Umzugskartons auf dem Pflaster. Hinter ihnen warten rund 50 Mieterinnen, Mieter und Unterstützer auf die Sitzung der BVV.

Sie kommen aus den Maxgärten und der Reinickendorfer Straße in Wedding. Mehr als 180 Mietparteien leben dort. Viele nennen ihren Block inzwischen einen Härtefallblock: Familien, Rentner, Geringverdiener, Menschen ohne Rücklagen. Jetzt soll modernisiert werden. Für die Bewohner klingt das nicht nach Aufwertung. Für sie klingt es nach der Frage, ob sie sich ihr Zuhause noch leisten können.

Eigentlich dachten viele im Block, ihr Haus sei geschützt. Beim Verkauf 2021 gab es eine Abwendungsvereinbarung mit dem Bezirk. Jetzt soll genau dieser Schutz beim Weiterverkauf nicht sauber beim neuen Eigentümer angekommen sein. Für einzelne Haushalte könnten nach Angaben der Hausgemeinschaft bis zu 400 Euro mehr Miete im Monat fällig werden. „Erst mal bedeutet das Angst“, sagt Theresa S.

Wohnungspolitik

Sanierungsstreit in Wedding spitzt sich zu: Was, wenn ein ganzes Haus ein Härtefall ist?