Der Zustand der Toiletten ist an vielen Schulen beklagenswert. Doch das lässt sich ändern. Am besten mit den Schüler*innen selbst.
J etzt bricht die kleine Gruppe aber erst einmal auf, um die Klos zu besichtigen. Da können die zwei Lehrkräfte und fünf Schüler*innen der Gesamtschule Uellendahl-Katernberg im Norden Wuppertals, also kurz Ges-Nord, einfach besser zeigen, wie sie aus ihnen angstfrei nutzbare Orte machen wollen, vielleicht am Ende sogar behagliche, darüber wäre zu reden. Aber erst einmal: Orte ohne Angst. Das ist so das Minimalziel.
Entsprechend hat sich die Toiletten-AG Anfang des Schuljahrs in „Safe Area“ umbenannt. Das hilft auch, Missverständnisse zu beseitigen, echte ebenso wie böswillige: „Manche behaupten, wir würden die Klos reinigen“, sagt Alessia Naftanaila. Natürlich nervt das die Siebtklässlerin und ihre Mitschüler*innen, die sich jeden Mittwoch in der Mittagspause mit den Lehrerinnen für die AG treffen. „Wir sagen dann, wir putzen die nicht“, so Alessia Naftanaila. „Wir setzen uns dafür ein, dass man hygienisch auf Toilette gehen kann.“
Das Schulklo ist in der öffentlichen Debatte der Ort, an dem sich die Krise kristallisiert. Sie wissen schon: Sanierungsstau, marode Infrastruktur, überschuldete Kommunen, diese ganze Scheiße halt. In dem Sinne wird das Schulklo auch auf der ganz großen Bühne beschworen: „Wir wollen“, hat Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) im Bundestag erklärt, warum die Regierung vorhat, in jedem Jahr ihrer Amtszeit 120 Milliarden Euro zu investieren, „dass die Schultoilette, die schon seit Jahren nicht mehr benutzt werden kann, repariert wird“; na, und noch ein paar andere Sachen mehr.








