Inmitten anhaltender Proteste hat Boliviens Präsident Rodrigo Paz angekündigt, sein Gehalt und das seiner Minister um 50 Prozent zu senken. „Dieser Präsident hat zusammen mit seinen Ministern die Entscheidung getroffen, das Gehalt um 50 Prozent zu senken“, sagte Paz laut der Zeitung La Razón.Damit solle ein Zeichen der Sparsamkeit gesetzt werden, ohne andere Bereiche des Staatsapparats oder Fachkräfte im öffentlichen Dienst zu beeinträchtigen. Bolivien durchlaufe eine „schmerzhafte, aber notwendige“ Phase des Wandels, um sich von Strukturen zu lösen, die mit der Machtkonzentration in einer einzigen politischen Partei einhergingen. Bolivien war vor Paz´ Wahlsieg rund zwei Jahrzehnte beinahe durchgehend von der Partei MAS (Movimiento al Socialismo) regiert worden.
Vierte Woche der Proteste
Die Ankündigung fällt nach Angaben von Reuters in die vierte Woche politischer und sozialer Unruhen. In den Städten La Paz und El Alto führten anhaltende Proteste dem Bericht zufolge zu Lieferkettenproblemen. Auf Märkten, in Krankenhäusern und an Tankstellen herrsche akuter Mangel an Lebensmitteln, Treibstoff und Medikamenten.
Am Montag zogen laut La Razón erneut bäuerliche Gruppen in Richtung Zentrum von La Paz, um den Rücktritt von Paz zu fordern. Zuvor war dem Bericht zufolge ein Aufruf der Regierung zu einem Dialog gescheitert. „Wer sich weigert, in einen Dialog zu treten, handelt außerhalb der Verfassung, und die Verfassung hat Grenzen“, sagte Paz laut La Razón.










