Über den Wolken, im gleichen dunkelblauen Sakko: Die moldawische Präsidentin Maia Sandu saß vergangene Woche neben ihrem rumänischen Amtskollegen Nicușor Dan im Flieger auf dem Weg zum Gipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft in Jerewan.
Das Bild, das beide gleichzeitig auf ihren Instagram-Profilen teilten, setzt ein starkes Signal inmitten der Spekulationen, die seit Monaten durch Chișinău und Bukarest geistern: Könnten diese beiden Länder eines Tages wieder eines sein?
Die Nähe der Nachbarländer hat ein strategisches Motiv. Moldawien ist seit Juli 2022 EU-Kandidat, das erklärte Ziel ist die Mitgliedschaft bis 2030. Rumänien, bereits seit 2007 Mitglied, ist dabei Moldawiens wichtigster Fürsprecher in Brüssel. Die beiden Länder teilen Sprache, Geschichte und bis 1940 auch ein gemeinsames Staatsgebiet.
Ende April hatte Sandu in einem Interview mit Le Monde die Debatte auf eine neue Ebene gebracht. Eine Wiedervereinigung mit Rumänien könnte den EU-Beitritt beschleunigen, sagte sie, das würde helfen, schneller beizutreten. Beim Gipfel in Jerewan erklärte Dan schließlich, man erwarte Budapests Antwort zum ersten Beitrittscluster noch bis Ende Juni. Ungarn ist das einzige EU-Mitglied, das den formalen Start der Kapitelverhandlungen blockiert.







