PfadnavigationHomeWissenschaftVor Galápagos-InselnBlauer Mini-Oktopus entdeckt – „Ich hatte so etwas noch nie gesehen“Stand: 13:12 UhrLesedauer: 3 MinutenDer winzige Oktopus ist nur etwa halb so groß wie ein GolfballQuelle: picture alliance/dpa/Charles-Darwin-StiftungKlein, blau, dicke Ärmchen: Am Meeresboden vor den Galápagos-Inseln haben Forscher einen winzigen Oktopus entdeckt. Bei einer Fahrt mit einem Forschungs-U-Boot stießen sie in fast 1800 Metern Tiefe auf die bislang unbekannte Art. Was das Tier so besonders macht.Forscher haben in der Tiefsee vor den Galápagos-Inseln eine faszinierende Tierart entdeckt: einen winzigen blauen Oktopus. Das Tier, das nur etwa die Größe eines Golfballs hat, wird im Fachjournal „Zootaxa“ als neue Spezies mit dem Namen Microeledone galapagensis beschrieben.Die Entdeckung geht auf eine Tiefsee-Expedition mit einem Forschungsschiff im Jahr 2015 zurück. Nahe der Isla Darwin im äußersten Nordwesten des Galápagos-Archipels steuerte die Besatzung einen ferngesteuerten Unterwasserroboter (ROV) über den Meeresboden. In einer Tiefe von rund 1773 Metern filmte die Kamera an einem Unterwasserberg den kleinen Kraken.Videoaufzeichnungen der Mission dokumentieren die Begeisterung der Wissenschaftler: „Er ist winzig“ und „Er ist blau“, hielten sie ihre ersten Eindrücke fest. Während der Expedition wurden zwei weitere Exemplare beobachtet, ein weibliches Individuum wurde für Untersuchungen eingefangen.Lesen Sie auch„Ich wusste sofort, dass das etwas wirklich Besonderes ist“, erklärte Oktopus-Expertin Janet Voight, die gebeten wurde, den kleinen Kraken zu identifizieren. Die Kuratorin des Field-Naturkundemuseums in Chicago erhielt dazu zunächst Fotos des Mini-Oktopus, später auch seinen konservierten Körper. Die Oktopusse haben kurze, rund drei bis vier Zentimeter lange Ärmchen mit jeweils etwa 30 Saugnäpfen.„Als er ankam, dachte ich: ‚Oh, Du meine Güte, er ist wunderschön‘“, sagte Voight der Nachrichtenagentur AFP. Ihr Interesse war sofort geweckt, weil die Oktopus-Art, die der nun entdeckten äußerlich am nächsten kommt, an der Küste von Uruguay lebt – in einem anderen Ozean auf der anderen Seite von Südamerika.Seltene blaue FarbeDa das Team nur ein Tier der neuen Art gefangen hatte, stand es vor einer wissenschaftlichen Herausforderung. Für eine klassische Artbeschreibung müssen normalerweise typische Merkmale wie Mundwerkzeuge und Organe untersucht und beschrieben werden, was das Aufschneiden des Tieres erfordert hätte. Um das Tier nicht zu töten, nutzten Voight und Stephanie Smith, Leiterin des CT-Labors am Field Museum, hochauflösende Mikro-Computertomographie (CT).Durch diese Methode wurden tausende Röntgen-Schnittbilder digital zu einem präzisen 3D-Modell zusammengesetzt. So konnten feinste Details der inneren Organe und des Mundes sichtbar gemacht werden, ohne dem Weichtier zu schaden.Lesen Sie auch„Es geht nichts darüber, den Tag damit zu verbringen, dir etwas anzuschauen, das kein anderer Mensch je gesehen hat“, erklärte Smith.Abgesehen von seiner blauen Farbe, die in der Natur seltener vorkommt als andere Farben, weist der kleine Oktopus noch andere Besonderheiten auf. „Seine dicken Ärmchen mit nur einer Reihe Saugnäpfe unterscheidet ihn von den meisten anderen Oktopussen, die wir kennen“, hob Voight hervor. Selbst von „anderen Arten mit kurzen kleinen Armen und nur einer Reihe Saugnäpfen“ unterscheide er sich durch „seine Färbung und seine weiche Haut an der Oberfläche des Rückens“.Der kleine Krake ist an seiner Oberseite hellblau und an seiner Unterseite dunkelviolett. Voight und ihre Kollegen vermuten, dass dies seinem Schutz dient. „Wenn der Oktopus sich ein Beutetier schnappt, das Licht abstrahlt, könnte dieses Licht Raubtiere anziehen, die den Oktopus fressen“, erklärte die Expertin. Seine dunkle Unterseite absorbiere das Licht aber und schütze den Oktopus somit.dpa/AFP/vem