Stand: 25.05.2026 • 13:17 Uhr

Die erste Enzyklika eines Papstes gilt als wegweisend. Leo XIV. stellt darin Künstliche Intelligenz in den Mittelpunkt: Er fordert strenge Richtlinien - und warnt vor einem "neuen Kolonialismus" durch die Tech-Konzerne.

Papst Leo XIV. sieht den Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) als eine entscheidende Frage für die Zukunft der Menschheit. In seiner ersten Enzyklika warnt er vor einer Entmenschlichung durch verfehlte Nutzung digitaler Technologien und fordert eine breitere gesellschaftliche Kontrolle von KI. Die Tatsache, dass wenige global agierende Unternehmen wesentliche Elemente dieser Technologie kontrollieren, kritisiert der Papst scharf und spricht von der Gefahr eines "neuen Kolonialismus".

Die erste Enzyklika in der Amtszeit eines neuen Papstes gilt vielfach als eine Art Regierungserklärung für dessen Pontifikat. Solche "Rundschreiben" - so die wörtliche Bedeutung - sollen Gläubigen rund um die Welt einen moralischen Kompass geben. Die gut 100-seitige Abhandlung trägt den Namen "Magnifica Humanitas" (Großartige Menschheit).

Darin warnt das Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken vor zahlreichen Gefahren, die KI für das menschliche Zusammenleben bedeute. Er fordert strenge Richtlinien für den Umgang damit.