Benedikt Kaiser hat ein Handbuch für eine identitäre Revolution verfasst. Wer es liest, versteht die geistige Grundlage einflussreicher AfD-Kreise.

Dass die AfD trotz Vetternwirtschaftsskandale in den Landtagswahlen Baden-Württembergs massiv zulegte und in Sachsen-Anhalt bald den Ministerpräsidenten stellen könnte, zeigt vor allem eines: Der Rechtsruck in der Bundesrepublik ist nicht am Ende. Während das liberaldemokratische Establishment noch darüber debattiert, wie sich die Partei von Regierungsverantwortung fernhalten lässt, arbeiten die strategischen Köpfe der Neuen Rechten längst an der nächsten Etappe: der ideologischen und kulturellen Absicherung ihrer bisherigen Erfolge.

Einen programmatischen Aufschlag dazu hat Benedikt Kaiser Ende 2025 im rechtsextremen Jungeuropa-Verlag mit dem Titel „Der Hegemonie entgegen“ vorgelegt. Der für die AfD arbeitende, im Umfeld des ehemaligen Instituts für Staatspolitik wirkende, mit Götz Kubitschek und Martin Sellner vernetzte Autor will rechten Protest in langfristige Hegemoniearbeit überführen. Er steht dabei für einen Kurs, der die AfD auch für antikapitalistisch und antiimperialistisch orientierte Protestmilieus anschlussfähig machen will. Das liest sich wie ein Handbuch für eine identitäre Revolution.