Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sieht ein gesetzliches Social-Media-Verbot für Kinder skeptisch. „Ein einfaches Verbot halte ich für schwer durchsetzbar und auch deswegen für wenig zielführend“, sagte Dobrindt der Funke Mediengruppe. Der CSU-Politiker sieht vielmehr die Eltern in der Pflicht.„Die Grundsatzentscheidung, ab wann ein Kind ein Handy erhält, trifft nicht der Staat“, sagte der Minister. „Die treffen die Familien und die Eltern.“ Möglichkeiten der Begleitung und auch der Kontrolle gebe es heute schon. „Aber die Notwendigkeit der Beschäftigung der Eltern damit, wie die Nutzung der Kinder mit Smartphones ausschaut, ist dazu ebenfalls notwendig“, mahnte Dobrindt.Die Verantwortung lasse sich nicht komplett abschieben, weder in die eine noch in die andere Richtung, mahnte er. Staatliches Handeln an dieser Stelle funktioniere nicht ohne die Begleitung der Familien. „Es ist zu einfach, eine Lösung darin zu suchen, dass der Staat nur etwas zu verbieten braucht, was tief in das Informationsverhalten unserer Gesellschaft eingedrungen ist und damit eng zum Alltag gehört, und die Probleme wären verschwunden“, sagte Dobrindt den Funke Medien.Mehrere EU-Länder, darunter Dänemark, Frankreich, Spanien und Griechenland, wollen Online-Netzwerke wie Tiktok und Instagram für Jugendliche unter 15 oder 16 Jahren verbieten. In Deutschland arbeitet aktuell eine von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) eingesetzte Expertenkommission an konkreten Handlungsempfehlungen zum „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“. Die Ergebnisse sollen im Sommer vorliegen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich bereits für ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren ausgesprochen. (AFP)
„Halte ich für schwer durchsetzbar“: Dobrindt sieht Pläne für ein Social-Media-Verbot für Kinder skeptisch
Der Bundesinnenminister hält ein solches Verbot für wenig zielführend. Der CSU-Politiker sieht vielmehr die Eltern in der Pflicht.
Bundesinnenminister Dobrindt (CSU) lehnt ein gesetzliches Social-Media-Verbot für Kinder als „schwer durchsetzbar" ab und sieht primär die Eltern in der Pflicht. Für Tech-Manager relevant: Die regulatorische Unsicherheit in der EU bleibt hoch – während Frankreich, Spanien und Dänemark Verbote für unter 15/16-Jährige vorantreiben, fehlt Deutschland bis Sommer 2026 ein klarer Policy-Rahmen für Platform-Compliance.






