Die Remigrationsfantasien des AfD-Politikers Björn Höcke, wie zuletzt im Podcast „ungeskriptet“ von Ben Bernd geäußert, gehören zum Wunschdenken vieler Menschen im rechtskonservativen Spektrum. Sie zielen nicht nur auf Zuwanderer ohne Aufenthaltsrecht, sondern – im Sinne rechtsextremer Konzepte – letztlich auch auf jene, die ein Bleiberecht haben, teils längst eingebürgert sind und dennoch nicht als „dazugehörig“ gelten sollen. Diese Vorstellungen verfehlen die gesellschaftliche Wirklichkeit grundlegend.

Denn mehr als ein Viertel der Bevölkerung Deutschlands hat bereits heute eine Einwanderungsgeschichte. Tendenz steigend. Rückabwicklung ist daher keine realistische Politik, sondern ein populistisches Gedankenspiel, das bestenfalls als Wählertäuschung dienen kann.

Die eigentliche Frage sollte lauten: Wie organisieren wir das Miteinander, das längst existiert, fernab von blinden Vorstellungen einer konfliktfreien Vielfalt, aber zugleich jenseits von Abschottungsrhetorik, die an der Realität scheitert? Einen funktionierenden Rahmen wollen letztlich (fast) alle – auch viele Migranten selbst.

Migrant ist nicht gleich Migrant

Laut Statistischem Bundesamt lebten 2025 rund 21,8 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Deutschland, das entspricht 26,3 Prozent der Bevölkerung. Die Zahl ist seit 2005 um 8,8 Millionen gestiegen, ein Zuwachs von rund 67 Prozent. Darunter fielen etwa 14,07 Millionen ausländische Staatsangehörige, also rund 16,8 Prozent der Bevölkerung. In den Großstädten ist der Anteil noch höher.