Vor dem Finale von GNTM: Auch als Feministin kann man „Germany’s Next Topmodel“ lieben

Die Show bietet vor allem Frauen, trans Menschen und Gays eine Chance, der Durchschnittsmann spielt nur eine Nebenrolle. Gut so, sagt unsere Autorin.

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E inmal im Jahr wird bei „Germany’s Next Topmodel“ blondiert, bis die Kopfhaut brennt, geschnitten, bis die Tränen kullern, die Haarverlängerung verklebt, bis die Augen strahlen. Beim legendären Umstyling nötigt Heidi Klum „ihre Models“ zu – mal mehr, mal weniger grausamen – Frisuren. Jahr für Jahr ist diese Folge ein Highlight der Sendung. Für die Teilnehmer:innen, für das Internet, für mich. Die Kandidat:innen bekommen einen neuen Look. Und ich ein Höchstmaß an Unterhaltung.

„Germany’s Next Topmodel“, kurz: GNTM, ist mein guilty pleasure. Die Sendung, die verhasst ist, weil sie Generationen von jungen Menschen unter Druck gesetzt hat, genauso glatt und schlank zu sein wie ein Victoria’s Secret Angel. Dass Frauen seit jeher in unrealistische Körperbilder gepresst werden, macht mich wütend. Trotzdem will ich mich nicht schämen, dass ich seit fast 21 Staffeln jeden Donnerstag einschalte. Im Gegenteil. Ich finde: Auch als Feministin kann man die Show guten Gewissens lieben.