Die Nachricht schlug ein wie ein Blitz. „Dass ich das noch erleben darf“, sagten begeisterte Fans. Anderen standen die Tränen in den Augen, als sie von dem mutigen Schritt hörten, den Microsoft in dieser Woche angekündigt hat: Die Spielekonsole Xbox heißt jetzt XBOX. Das im Computer- und Spielebereich einflussreiche „Caschys Blog“ berichtete von einer „Gaming-Revolution“. Allerdings gab es zugleich Kritik. Sprachsensible Zeitgenossen stören sich an der durchgängigen Großschreibung und werden mit der Umbenennung ausgegrenzt. Diese besonders vulnerable Gruppe ist ohnehin in Politik und Medien überdurchschnittlich oft von gesellschaftlicher Stigmatisierung, Diskriminierung und Sprachgewalt bedroht. Wir zählen uns dazu und bleiben wie gehabt bei Xbox und überhaupt dem generischen Maskulinum.* * *Das Statistische Bundesamt nimmt es hingegen wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit der Sprache nicht mehr so genau. Eine Pressemitteilung, von der hausinternen Stabsstelle zur eindeutigen Vergabe von Pressemitteilungsnummern mit der N025 rubriziert, spricht von „getöteten Radfahrenden“. Als umsichtiger Autofahrer wissen wir sofort, was gemeint ist: rein prinzipiell tot, aber noch nicht ganz, eiern diese Zombies durch die Innenstadt unter Missachtung sämtlicher Verkehrsregeln. Gendergaga kann man noch weiter toppen: Hendrik Streeck, Drogenbeauftragter der Bundesregierung, spricht auf der Plattform X von „verstorbenen Drogenkonsumierenden“ und meint, das Partizip ist zugegebenermaßen tückisch, natürlich die verstorbenen Drogenkonsumierthabenden.* * *In China gibt es solch arme Seelen nicht. Dank allumfassender Kameraüberwachung des öffentlichen Raums und Sozialpunktesystem geht es auf Straßen und Bahnhöfen gesittet zu. Nicht nur das. China ist Weltmeister beim Bauen, etwa mit der höchsten und der längsten Brücke der Welt. Der nunmehr größte Bahnhof der Welt wurde im Herbst in Chongqing nach nur 38 Monaten Bauzeit eingeweiht, er hat mit 1,22 Millionen Quadratmetern die doppelte Fläche des Vatikans und fertigt stündlich mehr Fahrgäste ab als große westliche Bahnhöfe an einem Tag. Wir schauen mitleidig nicht nur auf Stuttgart 21, sondern auch auf die Instandsetzung des Pergamon-Museums in Berlin, das seit 2023 geschlossen ist und mit viel Glück schon nach 14-jähriger Modernisierung seine Pforten wieder öffnen wird, oder die Sanierung der Staatsbibliothek am Potsdamer Platz, deren Wiedereröffnung in den 2040er-Jahren wir vielleicht noch miterleben dürfen.
Schlusslicht: Prioritäten hier und da
Gendergaga geht um in Deutschland und Microsoft wagt eine Revolution. Was man jetzt über verstorbene Drogenkonsumierthabende wissen muss






