Die ukrainische Hauptstadt Kyjiw ist in der Nacht zum Sonntag von einer weiteren Angriffswelle erschüttert worden. Russland setzte offenbar Drohnen und ballistische Raketen ein. Die ukrainische Luftwaffe warnte in der Nacht zudem ausdrücklich vor einem möglichen russischen Angriff mit der besonders gefürchteten neuen Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik.

Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete auf Telegram von mehreren getroffenen Gebäuden, darunter auch Hochhäuser und eine Schule. Es gebe neun Verletzte, von denen fünf in Krankenhäuser gebracht worden seien, schrieb er in den frühen Morgenstunden. Er forderte die Bewohner der Millionenstadt auf, weiter in ihren Schutzräumen zu bleiben.

Bewohner Kyjiws suchen Schutz in einer Metro-Station (24. Mai)

Das Portal »The Kyiv Independent« sprach von »einer Reihe von Explosionen« in der Hauptstadt. Zunächst unbestätigten Berichten zufolge soll Russland bei dem Angriff auch Hyperschallraketen und Marschflugkörper eingesetzt haben. Das Portal »Times of Ukraine« berichtete auf Telegram von zahlreichen Bränden in der Stadt, darunter auch einer in der Nähe des Regierungsviertels.

Luftabwehr in Polen aktiviertAuch andere Landesteile der Ukraine wurden angegriffen. Das gesamte Ausmaß der russischen Angriffswelle und deren Folgen waren in der Nacht nicht sofort absehbar.Im westlichen Nachbarland Polen erklärte das Militär auf X, angesichts der russischen Angriffe in der Ukraine sei die Luftabwehr in Alarmbereitschaft, es seien Militärflugzeuge aufgestiegen. In Polen kommt es bei größeren Angriffen in der Ukraine immer wieder zur Alarmierung der Luftabwehr, manchmal steigen dabei auch Kampfjets von Nato-Partnern auf.