PfadnavigationHomePolitikAuslandUkraine-KriegRussland setzt gefürchtete Oreschnik-Rakete ein –„Rücksichtslose Eskalation“, rügt MerzStand: 13:05 UhrLesedauer: 3 MinutenRussland hat Kiew in der Nacht massiv mit Drohnen und Raketen angegriffen. In der ukrainischen Hauptstadt wurden rund 20 Menschen verletzt, eine Person starb. Polen aktivierte angesichts der Angriffswelle die Luftabwehr.Sie ist wegen ihrer Zerstörungskraft gefürchtet: Russland hat nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew die Mittelstreckenrakete Oreschnik eingesetzt. Es sei wichtig, dass dies für Russland nicht ohne Folgen bleibe, sagte Selenskyj.Russland hat nach eigenen Angaben in der Ukraine erneut die wegen ihrer Zerstörungskraft besonders gefürchtete neue Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik eingesetzt. Es handle sich um eine Antwort auf die „terroristischen Angriffe“ der Ukraine auf zivile Objekte in Russland, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau der Agentur Interfax zufolge mit. Damit hat Russland die Ukraine nach eigenen Angaben mit vier verschiedenen Raketentypen angegriffen. Neben Oreschnik kamen auch die Systeme Iskander, Kinschal und Zirkon zum Einsatz. Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj von dem Einsatz – erstmals nahe der Hauptstadt Kiew – gesprochen. Kremlchef Wladimir Putin habe die Rakete gegen Bila Zerkwa abgefeuert, sagte Selenskyj in einer am Morgen in Kiew veröffentlichten Videobotschaft. Die Großstadt liegt im Kiewer Gebiet. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas wirft Russland „ein rücksichtsloses Spiel mit dem Feuer“ vor. Der mutmaßliche Einsatz von Mittelstreckenraketen des Typs Oreschnik, die für atomare Sprengköpfe ausgelegt sind, sei „eine politische Einschüchterungstaktik“, schreibt Kallas auf X. Russland terrorisiere die Ukraine mit gezielten Angriffen auf Stadtzentren, weil das Land auf dem Schlachtfeld in einer Sackgasse stecke. Auch die Bundesregierung hat den Einsatz von atomwaffenfähigen Oreschnik-Raketen durch Russland im Ukraine-Krieg scharf kritisiert. „Die Bundesregierung verurteilt diese rücksichtslose Eskalation scharf“, schrieb Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Sonntag im Onlinedienst X. „Deutschland steht weiter fest an der Seite der Ukraine.“Außenminister Johann Wadephul schrieb auf X; „Raketenterror ist schockierend. Der Einsatz einer Oreschnik ist eine weitere Eskalation.“ Dies bestärke ihn darin, die beim Nato-Außenministertreffen gemachten Vorschläge konsequent weiterzuverfolgen. Nur eine starke Ukraine werde den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum Einlenken bewegen können. Auch der französische Präsident Emmanuel Macron äußerte sich auf X und verurteilt den Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew und den Einsatz der Hyperschall-Rakete. Dies bedeute eine Eskalation und zeige die Sackgasse des russischen Angriffskrieges auf. Er bekräftigt zudem die Unterstützung Frankreichs für die Ukraine.Die auch in Belarus von Moskau stationierte Oreschnik-Rakete (auf Deutsch: Haselstrauch) kann sowohl konventionelle als auch atomare Sprengköpfe tragen. Ihre extrem hohe Geschwindigkeit von bis zu 12.000 Kilometern pro Stunde und ihre Reichweite von bis zu 5000 Kilometern machen sie zu einer potenziellen Gefahr für den gesamten europäischen Kontinent.„Das ist wirklich unverantwortlich. Es ist wichtig, dass dies für Russland nicht ohne Folgen bleibt“, sagte Selenskyj. Zu Schäden in Bila Zerkwa machte er keine Angaben. Es war demnach bereits der dritte Einsatz der Waffe in dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.Zuvor hatte die ukrainische Flugabwehr von einem kombinierten Angriff mit 600 Drohnen, 90 Raketen und Marschflugkörpern gesprochen. In der Auflistung der ballistischen Raketen war Oreschnik zunächst nicht aufgeführt. Lesen Sie auchDer jüngste russische Angriff auf Kiew hat auch das ARD-Auslandsstud getroffen. Das zentral gelegene Studio des WDR sei massiv beschädigt und in Teilen zerstört worden, teilte der Westdeutsche Rundfunk (WDR) am Sonntag in Köln mit. Wahrscheinlich habe eine Druckwelle Fenster bersten, Räume verwüsten und Wände einstürzen lassen. Zu dem Zeitpunkt befanden sich demnach keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Studio. „Ich bin sehr erleichtert, dass unsere Mitarbeiter bei diesem Angriff nicht verletzt wurden“, sagte WDR-Intendantin Katrin Vernau am Sonntag. Doch zeige sich erneut, unter welch gefährlichen Bedingungen das Team in Kiew seit Jahren arbeite, um deutsche Zuschauerinnen und Zuschauer über den russischen Angriffskrieg und Hintergründe zu berichten. „Ich habe großen Respekt vor dem Mut und der Leistung unseres Teams“, so Vernau.Nach den massiven russischen Angriffen auf Kiew ist die Zahl der Toten in der ukrainischen Hauptstadt und der umliegenden Region auf vier gestiegen. Wie Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko am Sonntag mitteilte, wurden in der Hauptstadt zwei Tote und 56 Verletzte verzeichnet. In der umliegenden Region Kiew gab es nach Angaben von Verwaltungschef Mykola Kalaschnyk zwei Tote und neun Verletzte.AFP/dpa/ceb/sara/jm
Ukraine-Krieg: Russland setzt gefürchtete Oreschnik-Rakete ein –„Rücksichtslose Eskalation“, rügt Merz - WELT
Sie ist wegen ihrer Zerstörungskraft gefürchtet: Russland hat nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew die Mittelstreckenrakete Oreschnik eingesetzt. Es sei wichtig, dass dies für Russland nicht ohne Folgen bleibe, sagte Selenskyj.












