Roman über die Zeit von Aids: Erschrocken über das eigene Überleben

Eine ausgelassene Feier in Berlin, dann Aids – nur der Erzähler überlebt die Epidemie: Hans Pleschinskis Schicksalsroman „Bildnis eines Unsichtbaren“.

Hans Pleschinski gegen das kollektive Vergessen

Steffi Adam/imago

Die Coronakrise hat die Erinnerung an eine lange zurückliegende Epidemie wachgerufen, die im kollektiven, auch im literarischen Gedächtnis Deutschlands wenig Niederschlag gefunden hat: Aids. Die Krankheit betraf von 1982 an zumeist schwule Männer, sexuell aktiv, jünger, überwiegend in großen Städten. Die globale Epidemie nahm ihren Ausgang unerkannt in Afrika, über die USA, Frankreich, Großbritannien gelangte sie in die Bundesrepublik. Die DDR war durch die Mauer vor größerer Verbreitung geschützt.