Gab es je eine Zeit der einfachen Wahrheiten, oder konnte früher bloß dreister gelogen werden? Diese Frage bleibt im löchrigen Sieb der Erinnerungen hängen, die der neue ARD-Dreiteiler Bravo – Headlines, Hypes und Herzschmerz weckt. Die Bravo, in den Nachwendejahren Europas wichtigstes Jugendmagazin, wird 70. Da hätte man zum Jubiläum mit verklärtem Entzücken durch die Dekaden reisen können, um Popgeschichte wiederzukäuen. Die liebsten Stars, die heftigsten Backstage-Storys, die tollsten Fan-Aufläufe – das bleibt uns zum Glück erspart. Diese Dokumentation erzählt stattdessen eine Mediengeschichte. Und die kann, angesichts der heutigen Bravo-Auflage im Microdosing-Bereich, wohl kaum positiv ausfallen.