Geheimdienstkordinatorin Tulsi Gabbard: In Trumps Kabinett kommt es zu einem neuen RücktrittGabbard hat ihren baldigen Rückzug bekanntgegeben. Sie begründete diesen Schritt mit gesundheitlichen Problemen ihres Ehemanns. Präsident Trump kommt der Rückzug der ehemaligen Demokratin sicherlich gelegen.Renzo Ruf, Washington23.05.2026, 03.29 Uhr3 LeseminutenDie amerikanische Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard hat ihren Rücktritt angekündigt.Nathan Howard / REUTERSDer amerikanische Präsident hat am Freitag die zurücktretende Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard mit Lob überschüttet. Sie habe vorzügliche Arbeit geleistet, sagte Donald Trump in einer Stellungnahme auf dem Internet-Dienst Truth Social gleich zweimal. Und: «Wir werden sie vermissen.» Trump wollte damit wohl verhindern, dass der Eindruck entstehe, er habe schon wieder ein weibliches Kabinettsmitglied entlassen.Gabbard selbst begründete ihren Rückzug, der am 30. Juni erfolgen soll, mit der schweren Erkrankung ihres Ehegattens Abraham Williams. Bei ihm sei eine äusserst seltene Form von Knochenkrebs diagnostiziert worden, schrieb die 45 Jahre alte Politikerin in ihrem Rücktrittsschreiben. «In den kommenden Wochen und Monaten stehen ihm grosse Herausforderungen bevor.» Dabei wolle sie ihn «vollumfänglich» unterstützen.Es gibt aber zumindest Hinweise darauf, dass Gabbard auf der Abschussliste Trumps stand und ihr Rücktritt nur eine Frage der Zeit war. Seit Amtsantritt im Februar 2025 galt die ehemalige Kongressabgeordnete der Demokraten im Kabinett des Präsidenten als unsichere Kantonistin. So umgab sie sich in ihrem Büro, von dem aus sie die Arbeit der 18 Geheimdienste der Bundesregierung koordiniert, mit einer Reihe von unkonventionellen Beratern und Mitarbeitern.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Gabbard umgab sich mit Trump-KritikernJoe Kent gehörte dazu, der Direktor des nationalen Zentrums für Terrorabwehr. Er war im März zurückgetreten, aus Protest über den Iran-Krieg und den angeblich ungebührlichen Einfluss, den Israel auf den amerikanischen Präsidenten ausübe. Und auch Amaryllis Fox Kennedy, die Schwiegertochter von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., galt als Vertraute Gabbards. Sie amtierte als Stellvertreterin der Geheimdienstkoordinatorin und beriet das Weisse Haus. Kennedy hatte erst diese Woche publik gemacht, dass sie zurücktreten wolle. Auch bei ihr hiess es, dass der Iran-Krieg diese Entscheidung beeinflusst habe. Öffentlich begründete sie ihren Rücktritt mit dem Wunsch, mehr Zeit mit ihrer Familie zu verbringen.Gemeinsam war der Riege von Gabbard-Vertrauten also, dass sie einer interventionistischen Aussenpolitik äusserst skeptisch gegenüberstanden. Gabbard selbst begründete dies mit den Lektionen, die sie als Reservistin im Irak-Krieg gelernt habe. Im Wahlkampf 2024 stiess dieser Positionsbezug im Trump-Lager noch auf Anklang. Spätestens nach den Interventionen in Venezuela und Iran aber schwand die Sympathie des Präsidenten für die Isolationisten in seinem Kabinett. Gabbard landete auf dem Abstellgleis; stattdessen hörte Trump plötzlich stärker auf den CIA-Direktor John Ratcliffe, der sich in einem bürokratischen Kleinkrieg mit der Geheimdienst-Koordinatorin befand.Zur entscheidenden Sitzung nicht eingeladenRatcliffe war am Freitag auch im Weissen Haus zugegen, als Trump seine wichtigsten Berater versammelte, um über den nächsten Schritt im Iran-Krieg zu diskutieren. An dieser Besprechung sollen auch Vizepräsident J.D. Vance, Verteidigungsminister Pete Hegseth und Stabschefin Susie Wiles teilgenommen haben. (Marco Rubio, Aussenminister und Sicherheitsberater des Präsidenten, befindet sich derzeit auf Europa-Reise.) Gabbard aber war nicht eingeladen, wie das Nachrichtenportal Axios berichtete.Gabbard versuchte, die Sympathien Trumps zurückzugewinnen, in dem sie sich in innenpolitische Kontroversen einmischte – normalerweise nicht die Kernaufgabe einer Geheimdienst-Koordinatorin. So war sie zugegen, als die Bundespolizei FBI im Januar 2026 im Gliedstaat Georgia Wahlmaschinen sicherstellte. Angeblich war Gabbard im Kabinett dafür verantwortlich, Beweise für die Behauptung Trumps zu finden, er sei in der Präsidentenwahl 2020 um seinen Sieg betrogen worden. Für diese Behauptung gibt es, auch fünfeinhalb Jahre nach der Niederlage Trumps gegen den Demokraten Joe Biden, keine stichhaltigen Belege.Gabbard soll nun vorerst durch ihren Stellvertreter Aaron Lukas ersetzt werden. Das gab Trump auf Truth Social bekannt. Laura Loomer, eine Vertraute des Präsidenten, die schon lange den Rücktritt Gabbards gefordert hatte, kritisierte die Personalie aber umgehend. Lukas sei eine ganz schlechte Wahl, schrieb sie auf X. Stattdessen nannte Loomer die Namen von vier Verbündeten des Präsidenten, die für den Posten besser geeignet seien: Die drei Kongressabgeordneten Elise Stefanik, Scott Perry und Rick Crawford sowie Devin Nunes, der ehemalige Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus. Der neue Geheimdienst-Koordinator muss vom Senat bestätigt werden.Passend zum Artikel
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Gabbard hat ihren baldigen Rückzug bekanntgegeben. Sie begründete diesen Schritt mit gesundheitlichen Problemen ihres Ehemanns. Präsident Trump kommt der Rückzug der ehemaligen Demokratin sicherlich gelegen.










