PfadnavigationHomeWirtschaftWegbereiter für BörsengangSpaceX gelingt Testflug der neuen Starship-Generation trotz TriebwerksproblemenStand: 02:56 UhrLesedauer: 4 MinutenStarship startet von der Starbase in Texas: Die neue Generation der Mega-Rakete zeigt trotz Problemen FortschritteQuelle: AFP/RONALDO SCHEMIDTSpaceX hat die dritte Generation seiner Starship-Rakete erfolgreich getestet. Trotz Ausfällen einzelner Triebwerke erreichte die Mega-Rakete den Weltraum. Der Flug gilt als wichtiger Schritt für künftige Mond- und Marsmissionen sowie den geplanten Börsengang.Elon Musk ist kurz vor dem geplanten Börsengang seines Raumfahrtkonzerns SpaceX ein weiterer Meilenstein bei der Entwicklung der weltgrößten Rakete Starship gelungen. Sie soll eine Schlüsselrolle bei den ambitionierten Expansionsplänen des Multi-Milliardärs spielen. Nach gut siebenmonatiger Pause startete erstmals die dritte Generation (V3) seiner Mega-Rakete von einer neuen Startplattform am Weltraumbahnhof Starbase in Texas. In die Entwicklung der Rakete wurden bereits über 15 Milliarden Dollar investiert, wie aus soeben veröffentlichten SpaceX-Börsenunterlagen hervorgeht.Lesen Sie auchDie mit rund 124 Metern etwas größere Rakete im Vergleich zur Vorgängergeneration hob am Freitag um 17:30 Uhr Ortszeit mit über 5000 Tonnen Treibstoff zu ihrem ersten Testflug in den wolkenlosen Himmel ab. Erstmals wurden in der Startstufe der Rakete 33 Triebwerke der neuen Version Raptor 3 mit mehr Schub und vereinfachtem Design gezündet. Doch es gab Probleme: Ein Triebwerk in der ersten Stufe fiel aus, und auch bei der Oberstufe versagte eines von sechs Triebwerken. Die verbleibenden fünf Motoren brannten etwas länger, um die Leistung auszugleichen. Die Rakete erreichte trotz der Triebwerksprobleme den Weltraum.Der Start war zuvor mehrfach verschoben worden. Zuletzt war die Inbetriebnahme für Donnerstag geplant, doch der Countdown wurde 40 Sekunden vor der Zündung wegen eines technischen Problems an der neuen Startplattform abgebrochen.Zwölfte Mission der Starship-RaketeEs war die insgesamt zwölfte Mission der Starship-Rakete, die sich aus der Unterstufe, auch als Super-Heavy-Booster bezeichnet, sowie der zweiten, etwa 52 Meter großen Oberstufe, dem „Ship“, zusammensetzt. Wie bei allen vorangegangenen Testflügen war auch diesmal keine komplette Erdumkreisung der Oberstufe geplant und ebenso kein Auffangen der Stufen am Startturm durch mechanische Arme bei der Rückkehr aus dem Weltraum. Das Ziel ist jedoch, dass Starship die weltweit erste vollständig wiederverwendbare Rakete wird. Dies soll die Startkosten gegenüber früheren, herkömmlichen Starts mit Wegwerfraketen um 99 Prozent senken, wie aus SpaceX-Börsenunterlagen hervorgeht. Eine kommerzielle Nutzlastbeförderung in den Erdorbit ist mit Starship noch in diesem Jahr geplant.Beim aktuellen Testflug konnte aufgrund der Triebwerksprobleme die Erststufe nicht planmäßig die Rückkehr aus dem Weltraum abbremsen, sodass der Booster wenige Minuten nach dem Start unkontrolliert in den Golf von Mexiko stürzte. Die Oberstufe flog gut eine Stunde im Weltraum halb um die Erde und landete anschließend mit verringerter Triebwerksleistung im Indischen Ozean, wo sie auf der Wasseroberfläche kippte und in einem großen Feuerball explodierte. SpaceX übertrug während der gesamten Mission teilweise spektakuläre Live-Aufnahmen im Internet und nutzte dafür das Starlink-Satellitennetz des Konzerns.Der weitgehend erfolgreiche Starship-Testflug ist für SpaceX ein entscheidender Schritt zur Qualifikation der Rakete für eine bemannte Mondlandung der Amerikaner, die mit der Artemis-IV-Mission für 2028 geplant ist. Noch ist nicht endgültig entschieden, ob das Mondlandevehikel eine Starship-Variante von SpaceX oder ein Modell des Konkurrenten Blue Origin des Amazon-Gründers Jeff Bezos sein wird.SpaceX plant Starttakt wie im FlugverkehrDie Starship-Rakete soll auch das Rückgrat für die ambitionierten Pläne von Musk zum Aufbau solarbetriebener Rechenzentren im Weltraum sowie für Flüge zur Besiedlung von Mond und Mars bilden. Musk stellt sich künftig mehrmals tägliche Starship-Starts vor, möglicherweise sogar im Stundentakt, ähnlich wie bei Flugzeugen. Die neu gestartete dritte Starship-Generation soll bis zu 100 Tonnen Nutzlast in eine niedrige Erdumlaufbahn befördern können, eine künftige vierte Generation bis zu 200 Tonnen. Zum Vergleich: Europas stärkste Rakete, die Ariane 64, hat eine maximale Nutzlastkapazität von knapp 22 Tonnen.Lesen Sie auchBei der aktuellen Mission gab es zahlreiche Änderungen und Verbesserungen im Vergleich zu den Vorgängertypen. Dieser sogenannte iterative Ansatz ist typisch für die Entwicklungsphilosophie von SpaceX. Musk betrachtet Scheitern und Fehlschläge nicht als Niederlage, sondern als Datenquelle und notwendigen Schritt zur Verbesserung. In der Anfangszeit der Starship-Entwicklung kam es mehrfach zu Explosionen am Boden oder im Flug; erst der vierte Starship-Flug im Juni 2024 war vollständig erfolgreich.Zu den Besonderheiten des Testflugs gehörte der Ausstoß einer vergrößerten Nutzlast aus 20 Testsatelliten einer neuen Generation der Starlink-Internet-Satelliten. Künftig sollen bis zu 60 dieser Satelliten pro Start ins All transportiert werden. Zudem wurden zwei „Inspektor-Satelliten“ ausgesetzt, die das Hitzeschild von Starship auf Beschädigungen scannten und die Bilder an die Bodenstation übertrugen. Mehrere der insgesamt 18.000 Hitzeschildkacheln wurden weiß lackiert, um fehlende Kacheln zu simulieren, die anschließend testweise identifiziert werden sollten. SpaceX-Gründer Elon Musk bezeichnet die Entwicklung des ersten wiederverwendbaren Hitzeschutzschilds der Raumfahrt als eine der größten Herausforderungen bei der Starship-Inbetriebnahme.Als Zukunftsmärkte für die Starship-Rakete nennt SpaceX im Börsenprospekt Punkt-zu-Punkt-Langstreckenverbindungen auf der Erde für Passagiere oder Fracht, Weltraumtourismus, Produktionskapazitäten im Weltraum sowie Passagier- und Frachtflüge zum Mond und Mars sowie die Energieerzeugung im All.
Wegbereiter für Börsengang: SpaceX gelingt Testflug der neuen Starship-Generation trotz Triebwerksproblemen - WELT
SpaceX hat die dritte Generation seiner Starship-Rakete erfolgreich getestet. Trotz Ausfällen einzelner Triebwerke erreichte die Mega-Rakete den Weltraum. Der Flug gilt als wichtiger Schritt für künftige Mond- und Marsmissionen sowie den geplanten Börsengang.











