Der ostdeutschen Landwirtschaft drohen durch die geplante EU-Agrarreform erhebliche wirtschaftliche Einbußen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von unter anderem den Agrarökonomen Alfons Balmann und Sebastian Lakner, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Allein in Sachsen könnten demnach jährlich rund 100 Millionen Euro Wertschöpfung verloren gehen. Auftraggeber der Studie ist die Grünen-Fraktion im Sächsischen Landtag.

Hintergrund sind geplante Änderungen in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU nach 2027. Nach den Reformvorschlägen sollen Direktzahlungen an größere Betriebe stärker begrenzt werden. Diskutiert werden eine Kappung bei 100.000 Euro je Betrieb und Jahr sowie eine sogenannte Degression. Dann würde mit wachsender Betriebsgröße die Förderung pro Hektar schrittweise sinken.

Forscher warnen vor Strukturbruch auf dem Land

Nach Einschätzung der Studienautoren würde diese Regelung vor allem Ostdeutschland treffen. In den neuen Bundesländern bewirtschaften viele Betriebe allein historisch bedingt deutlich größere Flächen als im Westen oder Süden Deutschlands. In Sachsen werden laut Studie rund 30 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche von den 100 größten Agrarbetrieben genutzt. Diese Betriebe bewirtschaften im Schnitt jeweils rund 2700 Hektar.