Dieser Artikel stammt aus unserem Ressort X.
Drei Nächte schon hat Octavian Ursu kaum geschlafen, zwischendurch mal anderthalb Stunden im Auto, wenn überhaupt. Jetzt, es ist Donnerstagnachmittag, sitzt der Oberbürgermeister von Görlitz in seinem Amtszimmer im Rathaus, die Hände ineinander gefaltet, er sagt: »Vielleicht tut es mir gut, darüber zu reden, was in den letzten Tagen passiert ist.«
Am vergangenen Montag, als gegen 17.30 Uhr ein Haus, rund 20 Gehminuten vom Rathaus entfernt, in sich zusammenstürzte, bekam Ursu umgehend davon mit. Er war noch im Rathaus, auf dem Weg zum nächsten Termin, sofort fuhr er zur »Katastrophenstelle«, so nennt er sie im Gespräch, sagt: »Als ich davorstand, verstand ich, wie schlimm es ist.« Ein Trümmerhaufen, meterhoch, Backsteine, Holzbalken, eine abgerissene Regenrinne. Die Einzelteile des Hauses – ein Gründerzeitbau, der zwei Weltkriegen standgehalten hat – waren bis auf die Straße gefallen.











