Philipp Weber hat in dieser Saison keine besonders glückliche Rolle beim SC Magdeburg gespielt. Angesichts der enormen Konkurrenz im Rückraum ist der 33-Jährige selten über Kurzeinsätze hinausgekommen, oft stand er im Trainingsanzug an der Seitenlinie und konnte seine Kollegen nur anfeuern, ohne selbst aktiv mitzuwirken. Am Donnerstagabend, im Duell gegen die SG Flensburg-Handewitt, war Weber allerdings zur Stelle, als es gute Nerven brauchte und den anderen die Finger flatterten: Wie so oft in den vergangenen Wochen hatten die Magdeburger unendlich viele Siebenmeter verworfen, genau genommen fünf, als Weber nach 55 Minuten an die Linie trat und zum 27:28 verkürzte. Keine 120 Sekunden später stand es 30:30 durch einen verwandelten Siebenmeter, Torschütze war erneut: Philipp Weber.
„Diese Meisterschaft steht über allem“
Das Tor versetzte die 6600 Zuschauer in der ausverkauften Halle in Ekstase. Es war der finale Wendepunkt in einer ebenso verrückten wie hochklassigen Partie, die die Gäste vermeintlich schon gewonnen hatten – und am Ende eben doch verloren. In buchstäblich letzter Sekunde traf Magnus Saugstrup zum 31:30-Endstand. Damit steht der neue Deutsche Handball-Meister bereits drei Spieltage vor dem Ende der Bundesliga-Saison 2025/26 fest: Er heißt zum vierten Mal nach 2001, 2022 und 2024 SC Magdeburg. Ein Remis hätte dem Traditionsklub aus Sachsen-Anhalt schon genügt, um rechnerisch nicht mehr vom ersten Tabellenplatz verdrängt werden zu können.










