Flavia Ziegler ist hier für eine Operation, von der Freund:innen, Bekannte und Ärzt:innen ihr sagten, sie werde sie bereuen. Sie ist fünf Minuten zu früh, als sie die Glastür zur Arztpraxis in München aufzieht. Es ist kurz vor halb acht Uhr morgens. Draußen dämmert es noch, der Wartebereich ist grell ausgeleuchtet, es riecht nach Desinfektionsmittel. Zur OP geht sie allein. Ihr braunes Haar hat sie mit einem Tuch zurückgebunden, sie ist ungeschminkt. Am Empfang meldet sie sich an: „Hallo, Flavia Ziegler“, sagt sie, „ich habe heute meine Sterilisation.“