„Natürlich begrüße ich die Ankündigung“, sagte Mark Rutte. Der NATO-Generalsekretär zeigte sich erleichtert über die Erklärung des US-Präsidenten Donald Trump, 5000 „zusätzliche Soldaten“ nach Polen entsenden zu wollen. Gleichzeitig warnte er aber, das Vorhaben als Trendwende zu sehen. Man müsse sich im Klaren darüber sein, dass der zuletzt eingeschlagene Kurs fortgesetzt werden müsse. Dieser habe zum Ziel, die Abhängigkeit von den USA zu verringern, so dass diese sich stärker anderen Prioritäten zuwenden könnten.Das betonte in Helsingborg auch der amerikanische Außenminister Marco Rubio. Er widersprach der Auffassung, seine Regierung setze die Stationierung von Truppen als Druckmittel gegenüber den europäischen NATO-Verbündeten ein. „Das ist keine Bestrafung, sondern einfach ein fortlaufender Prozess“, sagte Rubio. Amerika habe „globale Verpflichtungen“. Deshalb müssten „wir ständig neu prüfen, wo wir Truppen stationieren“.Trump hatte am Donnerstag überraschend in seinem Onlinedienst Truth Social angekündigt, „5000 zusätzliche Soldaten“ nach Polen zu entsenden. Er begründete dies mit der „erfolgreichen Wahl“ des polnischen rechtsnationalen Präsidenten Karol Nawrocki (vor rund einem Jahr) und seinem guten Verhältnis zu ihm. Weitere Details zur Entsendung nannte der US-Präsident zunächst nicht.In Polen wurde Trumps Ankündigung mit Begeisterung aufgenommen. Noch am späten Abend bedankte sich Karol Nawrocki in sozialen Netzwerken bei Trump und pries das polnisch-amerikanische Bündnis. „Die Sicherheit Polens und des polnischen Volkes hat für mich oberste Priorität“, schrieb er auf X. Er ließ dabei jedoch offen, ob er von Trump in der Sache überhaupt konsultiert worden war. Vermutlich eher nicht, da er selbiges sofort öffentlich gemacht hätte.Polens Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz erklärte, Trumps Entscheidung „zeige, dass die polnisch-amerikanischen Beziehungen sehr stark sind und dass Polen ein vorbildlicher und unerschütterlicher Verbündeter ist“.Vance verteidigt die EntscheidungDie Entscheidung ist eine gute Nachricht für Warschau, das in den Vereinigten Staaten einen Garanten für die eigene Sicherheit sieht und dafür auch viel investiert. Polen hat sein Verteidigungsbudget auf fünf Prozent der Wirtschaftsleistung ausgebaut. Zudem sind seit Putins Überfall auf die Ukraine rund 10.000 amerikanische Soldaten auf Rotationsbasis in Polen stationiert, die Warschau je Person rund 15.000 Dollar im Jahr kosten.Noch Anfang dieser Woche deutete alles auf eine Reduktion der amerikanischen Truppenkontingente in Europa (und Polen) hin. Am Montag hatte das Pentagon erklärt, man werde die geplante Entsendung von 4000 Soldaten der 1. Kavalleriedivision – eine Panzerdivision – nach Polen verschieben. Diese Entscheidung habe man im Rahmen einer umfassenden Überprüfung der US-Truppenpräsenz in Europa getroffen. In Polen hatte diese Ankündigung Schockwellen und ein großes Medienecho ausgelöst.Trumps Vizepräsident J. D. Vance verteidigte die Entscheidung noch am Mittwoch gegenüber einem polnischen Reporter und erklärte, die USA wollten, dass Europa mehr Verantwortung für seine Verteidigung und Sicherheit übernehme. Die Reaktion der Medien auf die amerikanische Entscheidung kritisierte Vance als „Überreaktion“.5000 US-Soldaten sollen aus Deutschland abgezogen werdenSchon zuvor hatten die Vereinigten Staaten erklärt, 5000 amerikanische Soldaten aus Deutschland abzuziehen – oder sogar noch mehr: „Wir werden die Zahl noch deutlich stärker reduzieren, und zwar um weit mehr als 5000“, sagte Trump Anfang Mai. Die Ankündigung war wohl eine Reaktion auf Bundeskanzler Friederich Merz (CDU), der mit Kritik am Irankrieg den Unmut des amerikanischen Präsidenten auf sich zog. Der Truppenabzug solle innerhalb von sechs bis zwölf Monaten abgeschlossen sein, hieß es vom Pentagon. Betroffen ist wohl die Stryker-Brigade in Vilseck in der Oberpfalz, die mit den gleichnamigen Radschützenpanzern ausgerüstet ist.Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sagte zuletzt, dass er von amerikanischer Seite bisher keine verbindlichen Pläne für einen Abzug amerikanischer Soldaten aus Deutschland bekommen habe. Dafür gebe es „nach wie vor keine wirklich belastbare Bestätigung“. Schwerer wiegen dürfte allerdings, dass die Vereinigten Staaten vorerst keine weitreichenden Waffensysteme in Deutschland stationieren wollen. Der amerikanische General und NATO-Oberbefehlshaber Alexus Grynkewich bestätigte dies vor wenigen Tagen: Die zuvor geplante Verlegung eines sogenannten Long Range Fires Battalion werde nicht beginnen.Dies reiße die Fähigkeitslücke in diesem Bereich neu auf, sagte Pistorius. Die noch unter Trumps Vorgänger Joe Biden getroffene Vereinbarung sah die Stationierung von Tomahawk-Marschflugkörpern, SM-6-Mehrzweckraketen und Hyperschallflugkörpern Dark Eagle in diesem Jahr vor. Damit wollte Berlin sich rüsten, bis die Europäer selbst gemeinsam bodengestützte Waffen mit einer Reichweite von mehr als 1000 Kilometern produzieren. Bis diese Systeme aber wirklich einsatzbereit sind, wird es wohl noch Jahre dauern.Pistorius mahnte, dass Europa sich bemühen müsse, die Waffen „schnell in die Anwendung zu bringen“. Um die Lücke bis dahin zu schließen, gebe es „Ideen, aber noch keine Lösung“.
Trump will 5000 zusätzliche Soldaten nach Polen schicken
Donald Trump will plötzlich 5000 zusätzliche Soldaten nach Polen schicken. Der NATO-Generalsekretär beharrt aber auf dem eingeschlagenen Kurs.










