Der US-Kosmetikkonzern Estée Lauder und sein spanischer Rivale Puig schließen sich doch nicht zusammen. Die Fusionsgespräche ​seien beendet worden, teilten beide Unternehmen am Donnerstag mit. Ein Zusammenschluss hätte einen 40 Milliarden Dollar ‌schweren Luxuskosmetik-Riesen geschaffen, der dem Branchenprimus L'Oréal stärkere Konkurrenz gemacht hätte. Zu den Marken von Estée Lauder und Puig gehören unter anderem Tom Ford, Carolina Herrera, Rabanne und Clinique.An der Börse kam die Entscheidung gut an: Aktien von Estée Lauder legten ​nachbörslich rund 12 Prozent zu. Analyst Nik Modi von RBC Capital Markets zeigte sich ⁠erleichtert und erklärte, ⁠das Integrationsrisiko eines Zusammenschlusses hätte den Aktienkurs andernfalls über längere Zeit belastet. Estée Lauder und Puig hatten vor zwei Monaten erklärt, über einen Zusammenschluss zu ‌sprechen. Danach waren die Aktien von Estée Lauder um rund 20 Prozent gefallen.

Die Aktien von Puig sind seit dem Börsengang im Mai 2024 immer weiter gefallen. Auch der Aktienkurs von Estée Lauder ist gegenüber seinem Allzeithoch im Jahr 2021 um fast 80 Prozent gesunken. Der Grund sind sinkende Umsätze und Fragen zur Nachfolge.Streit um Machtverteilung und VergütungenInsidern zufolge zogen sich die Gespräche aufgrund von Fragen zum Machtgleichgewicht zwischen den beiden Familien und zu Themen wie der Verteilung der Sitze im Vorstand in die Länge, wie die „Financial Times “ berichtet. Beide Unternehmen sind im Familienbesitz. Puig blickt auf eine mehr als hundertjährige Geschichte zurück, Estée Lauder wurde hingegen erst 1946 gegründet. Der Deal hätte die milliardenschweren Familien Puig und Lauder zusammengebracht, die nach wie vor die größten Anteilseigner der von ihnen gegründeten Marken sind.