»Anders als bei den Olympischen Spielen, wo der CO₂-Fußabdruck bei den letzten Austragungen tendenziell gesunken ist, verhält es sich bei der FIFA-Männer-Weltmeisterschaft genau umgekehrt«, erklärte David Gogishvili, Geograf an der Universität Lausanne (Unil), gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Forschungsergebnisse der Unil zeigen, dass die WM »den größten CO₂-Fußabdruck in der Geschichte des internationalen Sports« hinterlassen wird.
Die Berechnungen der Unil zu den verursachten CO₂-Emissionen reichen von fünf bis neun Millionen Tonnen – im Vergleich zu »rund 1,75 Millionen Tonnen« bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris, so Gogishvili weiter. Diese Zahl übertrifft bei Weitem die geschätzten 2,17 Millionen Tonnen CO₂, die 2018 in Russland anfielen sowie die 3,17 Millionen Tonnen aus dem Jahr 2022 in Katar. Letzteres war ein äußerst kompaktes Turnier, das wegen seiner kurzfristig errichteten, überdimensionierten und klimatisierten Stadien in der Kritik stand.
Das Hauptproblem der bevorstehenden WM liegt in den enormen Entfernungen zwischen den einzelnen Stadien. Die Distanz zwischen Miami und Vancouver etwa beträgt mehr als 4500 Kilometer. Vor allem der Flugverkehr – genutzt von Mannschaften, Offiziellen, Medienvertretern und insbesondere den »mehr als fünf Millionen Fans«, die die Fifa anpeilt – stellt die größte Quelle für CO₂-Emissionen dar.»Ein einziges Spiel in der Endrunde der Männer-Weltmeisterschaft verursacht zwischen 44.000 und 72.000 Tonnen CO2«, so die Verfasser des Berichts von der in Großbritannien ansässigen Organisation »Scientists for Global Responsibility«. Dies entspreche – so ihre Berechnungen – den Emissionen von 31.500 bis 51.500 britischen Autos innerhalb eines ganzen Jahres.









