Sponsored Content«Beim Investieren ist nicht der Betrag entscheidend, sondern der Anlegertyp»Philipp Merkt, Chief Investment Officer bei PostFinance, erklärt im Interview, wie man mit 200 Franken im Monat oder mit mehr als 100'000 Franken auf dem Konto anlegen kann, was ein kluges Risikoprofil ausmacht und warum Diversifikation wichtig ist.Erstellt im Auftrag von PostFinance22.05.2026, 00.05 UhrPhilipp Merkt, Chief Investment Officer bei PostFinance: «Eine gute Anlagestrategie sollte Krisen überstehen.»PDDieser Inhalt wurde von NZZ Story Lab im Auftrag von PostFinance erstellt. Der Auftraggeber trägt die redaktionelle Verantwortung für diesen Beitrag. Hier geht es zu den NZZ-Richtlinien für Native Advertising.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Herr Merkt, inwiefern prägt Ihr Studium noch heute Ihre Arbeit?Ich hatte immer zwei Leidenschaften: Informatik und Wirtschaft. An der Universität Freiburg studierte ich deshalb beides. Zuerst fokussierte ich mich auf die Informatik, wandte mich dann aber zunehmend der Wirtschaft zu. Heute hilft mir dieses Doppelwissen enorm. Es nützt mir insbesondere bei der Entwicklung digitaler Anlagelösungen.Warum ist Anlegen cleverer als Sparen?Wer sein Geld auf dem Konto lässt, hat nach der Teuerung meistens sogar weniger als zuvor. Wer anlegt, nimmt zwar Schwankungen in Kauf, kann langfristig jedoch von mehr Renditechancen profitieren.Was sind die häufigsten Fehler beim Anlegen?Zu versuchen, zum vermeintlich richtigen Zeitpunkt einzusteigen, obwohl diesen niemand mit Gewissheit voraussagen kann. So werden allzu oft auch die wirklich guten Börsentage verpasst. Dann kommt mangelnde Diversifikation hinzu: zu wenige Anlageklassen, Sektoren, Länder, Währungen. Und schliesslich eine Anlagestrategie wählen, die nicht dem tatsächlichen Risikoprofil entspricht.Letzteres scheint ein Klassiker zu sein, der sich häufig wiederholt.Ja, leider. Man überschätzt seine eigene Risikotoleranz und gibt an, kurzfristige Schwankungen aushalten zu können, verkauft dann aber beim ersten grossen Einbruch in Panik alles mit Verlust. Und verpasst dann auch gleich noch die nächste potenzielle Erholung. Das Profil passt in einem solchen Fall dann eben nicht zu den eingegangenen Risiken, respektive zur gewählten Anlagestrategie.Woran erkennt man, ob das eigene Risikoprofil wirklich stimmt?Wenn es einem grosse Sorgen bereitet oder man sogar bei Verlusten fast nicht mehr schlafen kann, dann passt die gewählte Anlagestrategie nicht zum tatsächlichen Risikoprofil. Das klingt einfach, ist jedoch der ehrlichste Test. Wenn Anleger ein Investment zu stark beschäftigt, haben sie zu viel Risiko genommen. Dann sollten sie das Risikoprofil nochmals überprüfen und die eigene Anlagestrategie anpassen, etwa durch die Reduktion des Aktienanteils. Es empfiehlt sich, sein Risikoprofil ehrlich abzuschätzen, damit man nicht in eine solche Situation gerät, und nötigenfalls Unterstützung bei einer Beraterin oder einem Berater zu holen.Wie regelmässig gilt es, sein Risikoprofil zu überprüfen?Nicht die ganze Zeit. Wenn man in Bezug auf das Risikoprofil ehrlich zu sich selbst ist und die entsprechende Anlagestrategie wählt, kann man eine Kriese ruhiger angehen, ohne das Portfolio ständig umzuschichten. Dennoch empfiehlt es sich, das Risikoprofil bei sich verändernden Lebenssituationen zu überprüfen. Krisen gehören dazu: Sie kommen, sie gehen … Das richtige Profil und damit einhergehend die richtige Anlagestrategie sollte das aber aushalten.Stellen wir uns vor, jemand ist 35 Jahre alt und hat Ende Monat jeweils 200 Franken übrig. Ihr Tipp?Das ist ideal, um anzufangen. Entweder in einen gut diversifizierten Fondssparplan oder einen ETF-Sparplan investieren – je nach Neigung und Wissen. Wichtig ist, nicht einfach irgendeinen ETF zu wählen, der beispielsweise fast nur US-Aktien oder nur Schweizer Aktien enthält.Immer mehr Junge investieren direkt in Bitcoin oder andere Kryptos. Was halten Sie davon?Kryptowährungen sind eine neue Anlageklasse, die durchaus berücksichtigt werden kann. Wir bieten sie bei PostFinance selbst an. Aber so falsch es ist, alles in eine einzige Aktie zu stecken, so falsch ist es auch, alles nur auf eine Kryptowährung zu setzen. Selbst wer mehrere Kryptos wie Bitcoin und Ether kombiniert, bleibt innerhalb einer Anlageklasse und somit schlecht diversifiziert.Wie viel Kryptowährungen im Depot machen Sinn?Wir haben eine Vermögensverwaltung mit 5 Prozent Kryptowährungen. In diesem Rahmen, je nach Risikoprofil, kann eine Beimischung Sinn ergeben. Das Depot sollte aus verschiedenen Anlageklassen bestehen: Aktien, Obligationen, Gold, Immobilien und allenfalls eine Beimischung von Kryptowährungen.Was raten Sie jemandem, der über 100 000 Franken auf dem Konto hat und nur wenige Jahre vor der Pensionierung steht?Zuerst würde ich schauen, was bei der Vorsorge noch möglich ist. Einkäufe in die Pensionskasse können steuerlich sehr attraktiv sein. Dann gilt es, das Geld in mehrere Töpfe aufzuteilen: Was brauche ich bald, was mittelfristig und was kann ich noch Jahre liegen lassen? Je länger der Anlagehorizont ist, desto mehr Risiko kann eingegangen werden und desto mehr Aktien im Portfolio machen Sinn. Mit 58 oder 60 Jahren hört das Geld nicht plötzlich auf zu arbeiten: Die Pensionierung ist vielfach erst der Beginn von vielleicht 20 oder 30 weiteren Jahren, in denen das Geld investiert werden kann.«Fehlendes Wissen ist der häufigste Grund, warum rund 50 Prozent der Erwachsenen nicht anlegen.»Worauf ist in dieser Lebensphase besonders zu achten?Viele kümmern sich zu wenig um die eigene Vorsorge. Sie haben zu wenig gespart, wenig in der 3. Säule und sich zu wenig in die Pensionskasse eingekauft. Es lohnt sich, dies rechtzeitig anzugehen. Aber auch einen Plan aufzustellen, welche Vorsorgelösung wann gestaffelt bezogen werden soll. Darüber hinaus die Frage: Kapitalbezug oder Rente beziehungsweise beides? Wie viel brauche ich nach meiner Pensionierung? Das ist eine ganz entscheidende Phase. Man sollte nicht nur auf das Anlegen schauen, sondern auf den ganzen Finanzhaushalt – inklusive Pensionskasse, Steuern, Hypothek. Eine Pensionierungsberatung oder Finanzplanung mit einer Spezialistin oder einem Spezialisten lohnt sich in dieser Lebensphase.Sie erwähnen die Hypothek. Ist es klug, diese Schuld gegen die Pensionierung hin ganz zu amortisieren?Ich rate das nicht generell. Es kommt darauf an, was man mit dem freien Vermögen macht. Wer eine Hypothek zu 1,5 bis 2 Prozent hält und auf der anderen Seite das Geld auf dem Sparkonto zu 0 Prozent hortet, kann sicher eine Amortisation ins Auge fassen. Wer aber auf die lange Frist mit Anlagen mehr herausholen kann, fährt mit einer Amortisation oft schlechter. Und wenn die Schuld einmal abbezahlt ist, kann sie im Alter oft auch nicht mehr so einfach wieder erhöht werden.Hier geht es zu den Anlagelösungen von PostFinance.Ab welchem Betrag lohnt sich eine Vermögensverwaltung und wann ist ein ETF-Sparplan die bessere Wahl?Bei uns ist eine Vermögensverwaltung bereits ab 5000 Franken erhältlich. Das machen wir bewusst so, damit man auch bereits mit relativ kleinen Beträgen eine professionelle Verwaltung seines Vermögens in Anspruch nehmen kann. Für mich ist beim Investieren nicht der Betrag ausschlaggebend, sondern der Anlegertyp, also seine Präferenz, wie man anlegen möchte. Wer dies delegieren will, für den ist die Vermögensverwaltung richtig – auch mit kleineren Beträgen. Wer selbst entscheiden will, wählt den ETF-Sparplan. Aber das ist Self-Service: Man muss selbst prüfen, ob das Portfolio noch stimmt und ob man genügend diversifiziert ist. Dessen sollte man sich bewusst sein.Was, wenn eine Person Geld hat, das sie in zwei bis drei Jahren braucht: Soll sie es in einem solchen Fall trotzdem anlegen?In Franken gibt es auf diese kurze Frist aktuell kaum attraktive Möglichkeiten. Bei Zinsen nahe 0 Prozent ist der Spielraum eng. Festgelder oder Kassenobligationen kommen aufgrund der Frist zwar infrage, bringen aber aktuell kaum Rendite. Für Aktien und Fonds ist ein Horizont von zwei bis drei Jahren zu kurz. Wer in so kurzer Frist gleich viel zurück will, findet im momentanen wirtschaftlichen Umfeld praktisch keine sinnvolle Anlage, die das Risiko aufhebt. Eine Anlage in anderen Währungen ist für den Frankenanleger auch keine Alternative, weil die Schwankungen der Währung oft grösser sind als die Rendite.Die USA betreiben eine aggressive Handelspolitik, Europa sucht seine Rolle noch. Verändert das die Anlagestrategie für Schweizer Privatkunden oder ist das letztlich nur Lärm?Es ist nicht nur Lärm. Auch wenn der Lärm aktuell vielleicht tatsächlich lauter ist. Es gibt eine echte Abkehr von der Globalisierung. Viele Länder besinnen sich national zurück und versuchen, ihre eigene Wirtschaft zu schützen. Das machen nicht nur die USA. Strategisch ändert das für unsere Anlagen wenig. Eine gute Anlagestrategie sollte Krisen und Lärm überstehen. Taktisch haben wir aber reagiert und US-Aktien untergewichtet, weil sich die mittelfristigen Wachstumsaussichten eingetrübt haben. Schwellenländeraktien und Gold als Krisenabsicherung werden, relativ gesehen, interessanter.Künstliche Intelligenz verändert das Asset Management. Wo zieht PostFinance die Grenze zwischen Mensch und Maschine?KI ist für mich zwar ein sehr gutes Hilfsmittel, das uns enorm hilft, effizienter zu werden. Doch wir sollten uns nicht blind auf sie verlassen. Die Modelle basieren auf der Vergangenheit, auf statistischen Modellwerten aus dem, was bisher passiert ist. KI kann die Zukunft und somit die Entwicklung von Vermögenswerten auch nur bedingt voraussagen, basierend auf statistischen Werten. Ich glaube nicht, dass Privatkunden ihr Anlagevermögen bedingungslos einer Maschine anvertrauen werden und sollten.Sie sind immer wieder Gast im hauseigenen Podcast «Popcorn & Finanzen»: Wie erklären Sie komplexe Anlagekonzepte so, dass auch jemand zuhört, der sich fürs Investieren (noch) nicht interessiert?Ich stelle mir immer vor, wie ich es einem 14- oder 15-Jährigen erklären würde. Das hilft. Nicht weil ich vereinfachen will, sondern weil fehlendes Wissen der häufigste Grund ist, warum rund 50 Prozent der Erwachsenen nicht anlegen. Wir haben eine gross angelegte Studie zusammen mit der Hochschule Luzern, kurz HSLU, durchgeführt. Das Resultat: Wer nicht anlegt, tut dies meist aus Unwissen. Genau hier liegt der Hebel. Es geht uns nicht primär ums Verkaufen, sondern um einen gesellschaftlichen Auftrag. Wenn die Menschen Finanzwissen haben, treffen sie bessere Entscheidungen für ihre finanzielle Gesundheit und ihre Vorsorge. Unser Anspruch ist es, dieses Know-how verständlich zu vermitteln.Zu guter Letzt: Was ist in einem Satz Ihre persönliche Überzeugung beim Anlegen?Anlegen lohnt sich, sofern drei Parameter eingehalten werden: langfristig denken und handeln, das richtige Risiko eingehen und sein Portfolio diversifizieren.Zur PersonDer gebürtige Solothurner Philipp Merkt (53) arbeitet seit 2015 für PostFinance mit Hauptsitz in Bern, seit 2022 als Chief Investment Officer (CIO). Er verantwortet in dieser Funktion mit einem Team von rund 60 Personen die Anlagestrategie und die Anlagelösungen der systemrelevanten Bank, zudem präsidiert er deren Anlageausschuss. Der studierte Informatiker und Ökonom mit MBA verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Banking.
Philipp Merkt: «Beim Anlegen zählt der Typ, nicht die Summe»
Philipp Merkt, Chief Investment Officer bei PostFinance, erklärt im Interview, wie man mit 200 Franken im Monat oder mit mehr als 100'000 Franken auf dem Konto anlegen kann, was ein kluges Risikoprofil ausmacht und warum Diversifikation wichtig ist.






