Patrick Hausmann entstammt einer Schaustellerdynastie. Auch den Frankfurter Wäldchestag kennt er von klein auf, selbst wenn seine Familie am Pfingstwochenende traditionell bei der „Haaner Kerb“ in Dreieichenhain ist. Aber seiner Prognose darf man vertrauen: „Das wird ein krasses Wäldchestag“, sagt der 39 Jahre alte Hausmann. „Es wird krass heiß, krass staubig, weil es anders als üblich über Pfingsten keinen Regen geben soll. Und es gibt krass hohe Fahrgeschäfte. Alles krass.“Und es könnte sogar noch krasser kommen. Das Wäldchestagwochenende fällt zusammen mit den beiden Metallica-Konzerten im Waldstadion am Freitag und Sonntag. Rund 20.000 der jeweils gut 62.000 Zuschauer haben Tickets für beide Konzerte. Die Heavy-Metal-Fans haben also am Samstag einen freien Tag – und was liegt da in der Nähe des Stadions näher als ein Abstecher zum Wäldchestag. Nicht nur beim Festival in Wacken beweisen Metal-Fans immer wieder, dass sie sich mit einer Portion Ironie auch auf Schlager und Volksmusik einlassen können, wie sie auf dem Wäldchestag zu finden sind.Akkurate Vorbereitung: Im Wald wird auch ein Autoscooter aufgebaut.Emil Eichinger„Wir hatten überlegt, ob wir eine oder mehrere unserer Bühnen im Wald nutzen, um spezielle Angebote für die Metallica-Fans zu kreieren“, sagt Thomas Feda, Geschäftsführer der Tourismus und Congressgesellschaft Frankfurt, die die Frankfurter Volksfeste organisiert. „Wir haben uns aber letztlich dagegen entschieden. Die Fans sind aber natürlich trotzdem willkommen.“Der Kern des Wäldchestags, zu dem nach Schätzungen der Tourismusgesellschaft üblicherweise zu mehr als 90 Prozent echte Frankfurter in den Wald pilgern, sollte gewahrt bleiben. Oder um es mit dem vielleicht größten Songtitel von Metallica zu sagen: „Wäldchestag – Nothing else matters“.Das verkörpert in diesem Jahr erstmals auch ein Maskottchen: Die Biene Waldtraut, als gezeichnete Figur schon viele Jahre Markenzeichen des Wäldchestags, ist zum Leben erweckt worden. Als Traditionspflegerin im Bienenkostüm soll sie dazu beitragen, das jahrhundertealte und schon von Goethe und diversen Kaisern besuchte Volksfest bei den jüngsten Besuchern in Erinnerung zu halten.Ihr werden neben dem im vergangenen Jahr eingeführten Signature-Drink eines Waldmeisterlikörs mittlerweile an zahlreichen Ständen Speisen gewidmet, vom Burger bis zur Waffel. „Es gibt eine ganze Waldtraut-Kulinarik“, sagt Feda. Er erwartet in diesem Jahr mehr als 150.000 Besucher, auch weil es bei der angekündigten Hitze im Wald stets gut vier Grad kühler als in der Innenstadt ist.Waldtraut soll die Herzen erobern: Das Maskottchen des Wäldchestags freut sich auf das Wochenende.Emil EichingerBesonders an der Lage im Wald ist außer dem Klima, dass manche Fahrgeschäfte sich fast durch die Wipfel der Bäume bewegen. Zu dem traditionellen Riesenrad kommt in diesem Jahr erstmals das in die Höhe fahrende Kettenkarussell „Symphonica“ hinzu, bei dem man in 40 Meter Höhe über den Baumwipfeln schwebend freien Blick auf die Skyline von Frankfurt genießen kann – wenn man sich in schwindelerregender Höhe bei frei in der Luft baumelnden Beinen traut, die Augen offen zu halten.
Wird der Frankfurter Wäldchestag zum Kulttreff für Metallica-Fans?
Der Wäldchestag hofft auf einen Wacken-Effekt: Vielleicht entdecken Heavy-Metal-Fans, die zu den Metallica-Konzerten im Waldstadion Stadion kommen, auf dem Weg durch den Wald ihre Zuneigung zu Kettenkarussell und Riesenrad.







