Nach Senatsplänen könnten die traditionsreichen Späth’schen Baumschulen laut Be­trei­be­r*in­nen auf einen kleinen Rest ihrer heutigen Fläche schrumpfen.

Dürfen Gärten, Grünflächen und ein Stück Berliner Geschichte verschwinden, damit diese Stadt ihre Wohnungskrise endlich in den Griff bekommt?

Diese Frage wird derzeit an einem der originellsten Orte der Stadt verhandelt: den Späth'schen Baumschulen in Treptow. Weil sich viele Ber­li­ne­r*in­nen die Mieten kaum noch leisten können, plant der Senat auf Teilen des traditionsreichen Betriebes ein neues Stadtquartier mit bis zu 2.500 Wohnungen.

Doch der dringend benötigte Wohnungsbau hätte einen dramatischen Preis: Die über 300 Jahre alte und damit älteste noch produzierende Baumschule Berlins würde auf einen Bruchteil ihrer heutigen Fläche schrumpfen.

Die Zahlen kursieren auf dem Gelände inzwischen wie eine Art Schreckensformel. Von rund 128.000 Quadratmetern, die die Baumschule nach eigenen Angaben derzeit in Treptow nutzt, sollen laut Senatsverwaltung künftig nur noch etwa 28.000 Quadratmeter auf der „Kernfläche“ mit den historischen Gebäuden Packhalle und Kontorhaus, Pflanzenverkauf und Hof bleiben – plus ausgelagerte 10.000 Quadratmeter für Großhandel und Erdwirtschaft.