Es ist ein Dienstag in einer Kieler Buchhandlung. Eine Schülerin, die in diesem Text Emilia heißen soll, arbeitet im Rahmen ihres Schülerpraktikums im Buchladen Zapata. Außerhalb dieser Tätigkeit engagiert sie sich für den „Schulstreik gegen Wehrpflicht“. An diesem Tag jedenfalls soll Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einer Signierstunde in das Geschäft kommen.Personenschützer aus dem Bundeskriminalamt (BKA) begleiten hochrangige Politiker in solchen Situationen routinemäßig, auch nach deren aktiver Dienstzeit. So auch an diesem Tag.

Emilia berichtet, wie die Beamten ihr gegenüber Bemerkungen machten, die sich auf ihr politisches Engagement bezogen – immer dann, wenn andere Mitarbeiter außer Hörweite gewesen seien.

Unter anderem sei der Satz gefallen, sie solle „keine Steine werfen“. Die Beamten, so Emilia, hätten sie zudem mit ihrem Namen angesprochen, obwohl sie diesen nach ihrer Erinnerung im Laden nicht kommuniziert habe.

„Verfassungsschutz“ soll Schüler aufgelauert haben

Auf Anfrage dieser Zeitung teilte ein Sprecher der Behörde mit, dass Mitarbeiter des BKA an diesem Tag im Buchladen anwesend waren. „Eine wie von Ihnen geschilderte Kontaktaufnahme durch das eingesetzte Personal des BKA mit Personen vor Ort ist nicht erfolgt“, heißt es weiter.