Der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) blickt mit „großer Sorge“ auf die jüngste Entwicklung im Frankfurter Bahnhofsviertel. In einem Brief an Oberbürgermeister Mike Josef (SPD), der der F.A.Z. vorliegt, warnt der Minister vor einer Zuspitzung der Lage.Die Polizei beobachte seit einigen Wochen eine spürbare Verschlechterung der Sicherheit und des Erscheinungsbilds im nördlichen Bahnhofsgebiet, schreibt Poseck. Das Lagern von Drogenabhängigen, der öffentliche Konsum von Rauschgift, die Vermüllung und öffentliches Urinieren hätten zugenommen. Die Zahl der Schwerstabhängigen sei um 50 Prozent im Vergleich zum Frühjahr 2025 gestiegen. Erschwerend komme die große Zahl von Baustellen hinzu, die den öffentlichen Raum verengten.Scharf kritisiert wird von Poseck eine Anregung von Vertretern der Stadt Frankfurt. Diese haben seiner Darstellung nach vorgeschlagen, eine „Grauzone im öffentlichen Raum“ zu schaffen – also eine Freifläche, auf der sich Schwerstabhängige aufhalten könnten. Erwogen worden sei sogar, Teile der Niddastraße zu sperren und exklusiv für die Szene bereitzustellen. „Vor diesen Ideen möchte ich warnen“, schreibt Poseck.Eine solche Umwidmung öffentlichen Raumes wäre „nicht nur unkontrollierbar“, sondern würde „über die Grenzen Hessens hinaus als Kapitulation des Staates“ wahrgenommen – und eine noch größere Sogwirkung auf Frankfurt aus dem gesamten Bundesgebiet entfalten. Schon jetzt kämen 60 Prozent der Nutzer der Drogenkonsumräume nicht aus Frankfurt.