Die Trump-Regierung will zwei Milliarden Dollar in amerikanische Unternehmen stecken, damit diese die Entwicklung von Quantumcomputertechnik beschleunigen. Die größte Summe erhält IBM: eine Milliarde Dollar. Wie das Unternehmen weiter mitteilt, plant es den Bau einer amerikanischen Fabrik für Quantenchips. Die Förderung stammt aus dem unter der Biden-Regierung beschlossenen Chip-Programm. IBM gründet für das Projekt die neue Tochtergesellschaft Anderon, die Amerikas erste reine Quantenchipfabrik betreiben soll.Der Halbleiterspezialist Globalfoundries erhält nach eigenen Angaben 375 Millionen Dollar, um die Entwicklung der Quantentechnik zu beschleunigen, und gewährt der US-Regierung im Gegenzug eine strategische Beteiligung an Globalfoundries, welche rund einem Prozent des Unternehmens entspricht. D-Wave, Rigetti, Infleqtion und weitere Firmen sollen je rund 100 Millionen Dollar erhalten; Diraq ist mit 38 Millionen Dollar vorgesehen. Auch hier sind strategische Beteiligungen der US-Regierung vorgesehen. Die Verträge sind aber noch nicht abgeschlossen.Die US-Regierung will fördern und mitverdienenHandelsminister Howard Lutnick sagte, die Trump-Regierung führe Amerika mit diesen Chip-Investitionen in eine neue Ära technologischer Innovation. Die Förderung solle die heimische Industrie stärken, Tausende gut bezahlte Arbeitsplätze schaffen und Amerikas Fähigkeiten in der Quantentechnik ausbauen. Der Minister verteidigt die Industriepolitik der Trump-Regierung. Der Staat setze viele Wetten zugleich, um das Risiko zu streuen. Kritiker halten Quantenfirmen für zu unsicher, um Steuergeld gegen Aktienanteile einzusetzen. Die Regierung entgegnet: Wenn die Branche durchbricht, profitieren auch die Steuerzahler.Quantencomputing ist ein junges Feld der Informatik und Ingenieurwissenschaften. Es nutzt besondere Eigenschaften der Quantenmechanik, um Probleme zu lösen, an denen selbst die stärksten klassischen Computer scheitern. Die Technik ist noch in der Entwicklung. Doch sie soll bald Aufgaben bewältigen können, die selbst klassische Supercomputer gar nicht oder nicht schnell genug lösen.Es handelt sich um ein weiteres Technologiefeld, auf dem die Amerikaner im Wettbewerb mit China stehen. Ein Team chinesischer Wissenschaftler hat den nach eigenen Angaben schnellsten Quantencomputer-Prototyp der Welt entwickelt. Er heißt Jiuzhang 4.0 und kann komplexe mathematische Aufgaben in weniger als einem Wimpernschlag lösen. Die Ergebnisse wurden am 13. Mai in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht. Auch Microsoft und Googles Mutterkonzern Alphabet investieren nach jüngsten Durchbrüchen massiv in die Quantentechnik. Wagnisfinanziers stecken ebenfalls viel Geld in die neue Technik.Die Aktien der Quantenunternehmen machten einen heftigen Kurssprung. Die IBM-Aktie allein stieg bis 11 Uhr amerikanischer Ostküstenzeit (17 Uhr in Deutschland) um knapp acht Prozent.