Der Fall um den früheren Generalintendanten des Theaters Erfurt, Guy Montavon, endet nach mehr als zwei Jahren offenbar mit einem politischen und juristischen Rückzug der Stadt. Nach Berichten unter anderem des MDR hat sich der Stadtrat auf einen Vergleich geeinigt. Das Arbeitsverhältnis wird rückwirkend beendet, Montavon erhält eine Zahlung von 526.000 Euro – zugleich hält die Stadt die ursprünglichen Kündigungsgründe nicht mehr aufrecht. Damit wird ein Konflikt, der beispielhafte strukturelle Fragen zur Organisation und Machtverteilung in Theaterbetrieben aufwarf, mit Steuermitteln und ohne jeden Erkenntnisgewinn abgewürgt. Möge der Fall wenigstens als schlechtes Beispiel von Nutzen sein.
Dass es nun so ausgeht, ist auch deshalb bemerkenswert, weil die Stadt Erfurt zunächst mit maximaler Härte vorgegangen war. Ende 2023 wurden Vorwürfe gegen Montavon öffentlich, wie man sie spätestens seit der Corona-Krise, die ja auch eine Theaterkrise war, immer öfter hörte: Beschäftigte berichteten über ein „Klima der Angst“ mit Demütigungen und Grenzüberschreitungen.
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Die damalige Gleichstellungsbeauftragte Mary-Ellen Witzmann ging an die Öffentlichkeit und entriss damit den Vorgang einer internen Aufarbeitung – inzwischen ist diese Form der asymmetrischen Machtausübung einige Male angewendet worden, mit entsprechend riskanten und unkontrollierbaren Folgen. Die zuerst Witzmann zu spüren bekam, der man Weitergabe von Dienstinterna vorwarf. Während Witzmann von der Stadt sofort gekündigt wurde, blieb Montavon beurlaubt und erhielt weiter sein hohes Gehalt.








