Die Straße von Hormus wird zunehmend zum geopolitischen Machtzentrum des Nahostkonflikts. Während die USA und Israel militärisch Druck auf Teheran ausüben, nutzt Iran seine strategische Lage, um den globalen Energiemarkt unter Spannung zu setzen. Die Folgen reichen weit über die Region hinaus: steigende Ölpreise, unterbrochene Lieferketten und wachsende Stagflationsrisiken für Europa und insbesondere Deutschland.
Straße von Hormus: Wie Iran die Kontrolle über die wichtigste Ölroute der Welt ausbaut
Eine Szene vom 10. Mai verdeutlicht die neue Machtbalance im Persischen Golf: Der 330 Meter lange Tanker „Agios Fanourios I“ transportiert zwei Millionen Barrel irakisches Rohöl entlang der iranischen Küste durch die Straße von Hormus. Begleitet wird das Schiff nicht von der US Navy, sondern von Schnellbooten der iranischen Revolutionsgarde (IRGC).
Die Passage endet in einem diplomatischen Kräftemessen. Die IRGC stoppt den Tanker für mehrere Stunden. Erst nach Intervention des irakischen Premierministers und einer Inspektion darf das Schiff weiterfahren. Aus einer üblichen Transitfahrt wird ein zweitägiger Machtpoker – entschieden nicht in Washington, sondern in Teheran.
Drei Monate nach Beginn des Konflikts zeigt sich damit aus Sicht vieler Beobachter eine neue strategische Realität: Iran besitzt am Golf zunehmend die operative Initiative.








