Sarah Engels beim ESC: Wer Männer liebt, kann keine Feministin sein

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Den diesjährigen ESC zu ignorieren, habe ich erfolgreich geschafft. Dennoch bin ich nicht an Sarah Engels vorbeigekommen, die dieses Jahr für Deutschland angetreten ist. Das lag nicht an ihrer Musik, sondern an anderen Dingen. Unter anderem liegt es daran, was Sarah Engels so sagt. Anfang der Woche wurde sie gefragt, wie feministisch sie denn sei. Darauf antwortete sie: »Feministisch würde ich jetzt nicht sagen, weil ich habe einen ganz, ganz tollen Mann, und ich mag auch Männer.« Daraufhin gab es einiges an Kritik und die ersten Forderungen, Sarah Engels vom Kölner CSD auszuladen.

Alice Hasters ist Autorin und Publizistin. Sie veröffentlichte 2019 bei hanserblau »Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten«. Ihr drittes Buch »Anti Opfer« (288 Seiten; 22,99 Euro) ist jüngst bei Ullstein erschienen.

Von einer Frau, die ihr Album »Strong Girls Club« genannt und beim ESC darüber gesungen hat, dass sie sich von einem lügenden Typen nicht unterkriegen lässt, hätte man nicht unbedingt erwartet, dass sie Feminismus mit Männerhass gleichsetzt. Es klingt fast so, als hätte sie zu viele Bro-Podcasts gehört, in denen sich gerne darüber beschwert wird, dass Männer heute gar nichts mehr dürfen, weil sie ständig von Feministinnen gecancelt werden, oder Christfluencerinnen etwas von freiwilliger Unterordnung der Frauen ihren Ehemännern gegenüber erzählen.