Der Druck aus China auf die deutsche Autoindustrie wächst. Wie die Financial Times berichtet, verhandelt der chinesische Hersteller Xpeng derzeit mit VW über den Kauf eines Werks in Europa.

Auch die Übernahme eines bestehenden VW-Standorts steht demnach im Raum. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht darin eine Herausforderung, der sich Deutschland stellen müsse. „Sonst verlieren wir sehr viel“, sagt der Gründer des Center Automotive Research (CAR) in Bochum auf Anfrage der Berliner Zeitung.

„Wenn wir in Zukunft eine Rolle spielen wollen, müssen wir chinesischer werden“

„Wenn wir wirklich im Autogeschäft der Zukunft eine Rolle spielen wollen, müssen wir chinesischer werden“, betont Dudenhöffer. Ein „Weiter wie bisher“ oder die Haltung, die Deutschen könnten „alles besser“, werde hingegen schiefgehen. „Natürlich ist das eine Herausforderung“, so der Experte, „aber nur, wenn man sich den Herausforderungen stellt und sich nicht hinter irgendwelchen Mauern wie Zöllen, Local Content oder Importverboten versteckt, wird man erfolgreich.“

Der Druck aus China auf die deutsche Autoindustrie wächst seit Jahren. Mit 34,5 Millionen Pkw und schweren Nutzfahrzeugen im Jahr 2025 entfällt inzwischen mehr als ein Drittel der weltweiten Fahrzeugproduktion auf die Volksrepublik. Gleichzeitig verlieren VW und Co. in China massiv Marktanteile – vor allem bei Elektroautos. Laut Branchendaten entfallen nur noch rund 16 Prozent der Neuzulassungen auf deutsche Marken.