3. Liga

Das letzte Spiel war ein Spiegelbild der gesamten Saison. In der Auswärtspartie beim 1. FC Saarbrücken führte Hansa Rostock zur Pause scheinbar komfortabel mit 2:0, kassierte dann innerhalb von einer Viertelstunde drei Gegentore, um das Spiel nach zwei späten Treffern doch noch mit 4:3 zu gewinnen. Ein Auf und Ab, ein Hoffen und Bangen mit zu wenig Konstanz. Weil Rot-Weiss Essen parallel mit 3:2 in Ulm gewann und auch der MSV Duisburg gegen Viktoria Köln beim 1:1 zumindest einen Punkt holte, änderte der spektakuläre Erfolg im Ludwigspark am fünften Platz in der Abschlusstabelle nichts mehr.

Wie schon in der Vorsaison, als die Kogge ebenfalls auf Rang fünf über die Ziellinie schipperte, wurde der angepeilte Aufstieg in die 2. Bundesliga knapp verpasst. Auch 2024/25 war Hansa ganz behäbig aus den Startlöchern gekommen, ein beeindruckender Zwischenspurt reichte nicht aus, weil im entscheidenden Heimspiel gegen Cottbus bei der 1:3-Niederlage die Nerven versagten. Diesmal war es die 2:5-Klatsche gegen Regensburg – ebenfalls vor heimischem Publikum – die alle realistischen Aufstiegshoffnungen schon vor dem Saisonfinale begrub.

Gefeiert wurde dagegen in Cottbus. Die Lausitzer, vor drei Jahren noch zwei Ligen unter den Mecklenburgern, schafften den umjubelten Sprung in die 2. Bundesliga, weil sie in den entscheidenden Begegnungen einen kühlen Kopf behielten und ihren Aufstiegsmatchball am 38. Spieltag verwandelten. Weil der FC Erzgebirge Aue den bitteren Gang in die Regionalliga Nordost antreten muss und Dynamo Dresden schon ein Jahr zuvor aufgestiegen war, gibt es für Hansa in der kommenden Saison womöglich kein einziges Ost-Duell mehr. Nur der 1. FC Lokomotive Leipzig, der in den Drittliga-Aufstiegsspielen gegen Bayern-Vertreter Würzburger Kickers ran muss (28. Mai, 1. Juni), kann im anstehenden Spielplan der Saison 2026/27 noch für ein wenig Brisanz aus Rostocker Sicht sorgen.