Fast zwölf Jahre sind vergangen, seit die Berliner mit 64,3 Prozent gegen jegliche Bebauung des Tempelhofer Feldes stimmten. Der Verzicht auf Bebauung schien für lange Zeit gesichert. Doch die anhaltende Wohnungsnot scheint die Stimmung bei den Berlinern verändert zu haben. Eine aktuelle Insa-Umfrage im Auftrag der Industrie- und Handelskammer (IHK) zeigt eine deutliche Verschiebung: Gut 59 Prozent der Befragten befürworten inzwischen eine Randbebauung zur Schaffung neuen Wohnraums. Lediglich ein Viertel lehnt diese noch kategorisch ab.81 Prozent der Berliner empfinden die Lage auf dem Wohnungsmakrt laut der Umfrage als schwierig, unter Mietern liegt der Wert bei fast 90 Prozent. Der Wunsch nach Neubau zieht sich mittlerweile durch alle politischen Lager.

Sogar Grünen-Wähler für Bebauung des Tempelhofer Felds

Bei Anhängern von CDU und BSW liegt die Zustimmung zur Randbebauung des Tempelhofer Felds bei über 70 Prozent, FDP (68 Prozent) und SPD (66 Prozent) folgen dicht. Auch bei den Wählern von AfD, Linken und Grünen schrumpft die strikte Ablehnung einer Randbebauung auf jeweils 30 Prozent. Eine generelle Verdichtung der Innenstadt befürworten 60 Prozent der Berliner.IHK-Präsident Sebastian Stietzel zieht daraus einen klaren Schluss: „Die Berlinerinnen und Berliner sind bei der Frage der Randbebauung weiter als Teile der Politik. Günstigen Wohnraum gibt es nur, wenn mehr gebaut wird.“