Die Bundesregierung setzt beim Bevölkerungsschutz künftig auf Tiefgaragen, Tunnel oder U-Bahnhöfe, statt auf das Bunkerkonzept aus der Zeit des Kalten Krieges. »Von diesem Konzept der Achtzigerjahre, das noch nie funktioniert hat, muss man sich heute in einer modernen Bedrohungslage frei machen«, sagte Innenminister Alexander Dobrindt (CSU).Das System habe schon in der damaligen Zeit nicht zu den notwendigen Resultaten geführt – damals hätten Schutzräume für »weniger als zwei Prozent der Bevölkerung« zur Verfügung gestanden, so der Minister. Dobrindt stellte in Berlin das neue Zivilschutz-Konzept vor, das das Bundeskabinett nun beschlossen hat.Die heutigen Bedrohungen erforderten mit ihren viel geringeren Vorwarnzeiten einen anderen Ansatz, sagte Dobrindt. Das neue Konzept setze daher auf zwei Säulen: den Selbstschutz im eigenen Haus und den schnellen Schutz in der Öffentlichkeit. Dafür sollen alle potenziellen öffentlichen Schutzräume kartografiert und in die Warn-App Nina eingespeist werden, um Bürger im Notfall dorthin zu leiten.Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) verwies auf die Erfahrungen in der Ukraine. Dort warne eine App die Bürger gezielt und fordere sie auf, den nächsten Keller oder innen liegenden Raum aufzusuchen. »Deswegen kann der Anspruch niemals sein, für 80 Millionen Deutsche einen Schutzraumplatz zu haben«, sagte Pistorius. Das sei weder »darstellbar noch notwendig«. Für das gesamte Zivilschutz-Konzept will der Bund bis 2029 zehn Milliarden Euro bereitstellen. Länder und Kommunen müssen ebenfalls investieren.
Zivilschutz: Bundesregierung plant Milliarden für Schutz vor Angriffen
Wie will Deutschland beim Zivilschutz aufstocken? Dazu hat das Bundeskabinett ein Konzept beschlossen. Es sieht unter anderem 1000 Spezialfahrzeuge und den Ausbau des Sirenennetzes vor.











